dtv Schreibwerkstatt
 
Der Anfang

Selbst ausdenken
2. September 2009

TippsWenn es sich um eine Erzählung oder einen Roman handelt, beginne die Erzählung (in der Vergangenheitsform natürlich) mit dem Zauberwort als. Und dann, im folgenden Satz, beschreibe etwas Seltsames, etwas, das mit der normalen Situation, die der Leser erwartet, nichts zu tun hat. Ein Beispiel? Kein Problem.

»Als es mir endlich gelungen war, die Dose mit den Bohnen zu öffnen, waren gar keine Bohnen darin, sondern ein Blatt Papier mit seltsamen Buchstaben und Schriftzeichen.«

Das macht Lust, weiterzulesen! Wer weiß, was auf diesem Papier geschrieben stand?

AusdenkenJetzt bist du dran: Überlege dir einen spannenden Anfang für deine Geschichte.
»Als …«

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258 Antworten zu “Der Anfang”

  1. Clara sagt:

    Nein. Nein, das durfte nicht wahr sein. Das ist nicht wirklich passiert. Das ist nicht passiert, das hat er nicht getan. Gedanken schossen mir durch den Kopf wie ein Formel 1 Auto auf einer Geraden. Inola hatte mir nicht gerade erzählt, dass mein Freund mich betrogen hat. Das hat er nicht getan. Das muss ein Riesenmissverständniss sein. Warum? Ich werde langsam wütend. Ich sehe ihn da drüben stehen, wie er lacht. Mit seinen Freunden. Mit ein paar von ihnen bin ich sogar selbst befreundet. Bestimmt wussten sie alle davon. Und keiner hat mir etwas gesagt. Kein einziger. Das, was ihr hier lest, das geschah bei mir in Sekundenbruchteilen, nicht mal ein Wimpernschlag vergang, als ich bemerkte, dass es die Wahrheit war. Nach 9 Monaten unserer Beziehung küsste er eine andere. Und schlief mit ihr. In mir begann ein Sturm zu wüten, nicht nur ein Sturm. Es war vergleichbar mit einem Hurricane. Und dann rannte ich. Ich rannte auf ihn zu. Schrie ihn an. Schlug auf seine Brust ein. Immer wieder schrie ich warum er mir das angetan hatte. Was für ein Schwein er wäre. Er versuchte es immer wieder mir zu erklären, doch ich stieß ihn weg. Bis ich aufgab. Ich ergab mich meinen Tränen und weinte. Ich saß an einer Bushaltestelle und weinte unentwegt. Es war als würde mir die Luft abgeschnürt. Es war wie tausend Nadelstiche, wie tausend Messerstiche. Doch in mir drin merkte ich wie alles in tausend Teie zersprang. Es tat so weh, dass ich anfing mich zu übergeben. Er wollte immer wieder mit mir reden. Doch ich ließ nicht mit mir reden. Ich ging einfach. Und das war´s.
    Die nächsten Tage waren der Horror. In der Schule beweiste er mir, wie gut es ihm ging. Ich kam mir vor wie ein Monster. Jeden Morgen wurde ich gefragt ob es mir gut ging, ich sagte jedes Mal ‚Ja, es geht mir gut. Ich habe nur schlecht geschlafen.‘ Das Licht aus meinen Augen verschwand. Die T-Shirts verschwanden. Ich trug grundsätzlich nur noch Pullover. Und keiner merkte es.
    Irgendwann sah ich diesen Film. Es ging um ein Mädchen, dass von einer Brücke sprang. Allen war es egal. Sie lebten glücklich weiter.
    Dann beschloss ich, es ihr nachzumachen.

    Das ist jetzt nicht meine beste Geschichte, aber ich hab sooo lang nix mehr geschrieben, das musste sein 🙂
    LG, Clara

    • Georg Maag sagt:

      Clara, du musst dich daran gewoehnen, alles, was du schreibst, mehrmals konzentriert zu kontrollieren. Das ist ein wichtiger Schritt beim Schreiben, denn man arbeitet daran, Wiederholungen zu streichen, Synonyme zu benutzen, den Fluss des Schreibens zu verbessern. Diese Phase nimmt bei mir mehr Zeit in Anspruch als das Schreiben an sich! Manchmal sitze ich vier Stunden an einer einzigen Seite, bis ich damit zufrieden bin, bis ich sicher bin, dass der Leser genau das verstehen muss, was ich mit meinen Worten sagen wollte.
      An dieser Gesichte bleibt, wie so oft, noch viel zu feilen, auch wenn die Grundidee gut ist.
      Klar?
      LG
      Georg

  2. Hanna sagt:

    Marie kroch weiter unter ihre Bettdecke, der Wind rüttelte an den Wänden der einfachen Holzhütte und Regen prasselte auf das Dacht und klatschte gegen die Fenster.
    Die Männer im Dorf hatten die dunklen Wolken die man gegen Mittag am Himmel sehen konnte, verspottet und hatten gedankenlos wie jeden Mittag, ihre Zeit beim Jagen im Wald verbracht. Wie jedes mal hatten sie nur ein Reh geschossen, dass sie den Frauen zum Kochen gegeben hatten. Nur Großvater hatte an das letzte Unwetter vor vier Jahren gedacht, bei dem die ganze Ernte vernichtet worden war, weil das Wasser vom Fluss über das Ufer getreten war und der Damm eingebrochen war. Er hatte Michel und Hannes zu den Feldern geschickt, die Ernte ein zubringen. Auch Marie hatte mit helfen müssen und nun lag sie in ihrem Bett und konnte nicht schlafen. Sie hörte draußen die Männer rufen, unter ihnen waren auch Michel und Hannes, Maries Brüder. Sie versuchten den Damm zu stärken, in der Hoffnung er würde nicht nach geben.
    Plötzlich hörte Marie Schreie und ein gewaltiges Donnern, wie Wasserfälle die in der Tiefe verschwanden. Marie hörte die Treppe knarren und Großvater betrat das Zimmer. „Der Damm ist gebrochen…

    • Georg Maag sagt:

      Aehnliche Geschichte wie die zuvor, aber besser strukturiert und fluessiger geschrieben.
      Gefaellt sicher auch den Lesern unter euch besser.
      Danke,
      ciao
      Georg

      • Hanna sagt:

        Der erste Anfang ist älter als der Zweite, aber beide von der selben Geschichte. 😉

        • Georg Maag sagt:

          Es ist immer eine gute Idee, an den Anfaengen zu arbeiten. Meistens findet man eine bessere Loesung, und Schreiben ist wirklich eine Arbeit, auch wenn sie Spass macht (manchmal)…
          ciao
          Georg

  3. Hanna sagt:

    Als man in der Ferne am Himmel die dunklen Wolken gesehen hatte, hatten sie mit der Hand ab gewunken und gemeint, es wäre nur ein einfaches Gewitter. Doch sie hatten sich getäuscht, denn nur wenige Stunden später, saßen Familien in ihren Hütten zusammen und beteten, dass der Fluss nicht über das Ufer trat und die Hütten und Ställe stand hielten.
    Marie saß auf dem Schoß ihres Großvaters und hörte ihrem Großvater zu, der ihr eine Geschichte erzählte. Der Wind rüttelte an den einfachen Holzhütten und Regen klatschte gegen das Fenster. Draußen hörte man das Vieh ängstlich quieken und die Männer rufen. Sie waren hinaus gegangen um den Damm zu stärken, in der Hoffnung er würde nicht einbrechen, denn sonst wäre die Ernte hinüber…

    • Georg Maag sagt:

      Danke fuer den Anfang, Anna. Er gefaellt mir gut, aber du musst aufpassen, dass dir nicht solche Schnitzer passieren:

      Marie saß auf dem Schoß ihres Großvaters und hörte ihrem Großvater zu

      Da waere wohl ein Personalpronomen (ihm) besser gewesen, nicht wahr?
      Ausserdem: wenn die Familien in ihren Huetten zusammen sitzen, wie koennen dann die Maenner draussen nach dem Damm sehen? Das waeren dann wohl eher Frauen und Kinder in den Huetten.
      Aber sonst eine gute Idee.
      Lieben Gruss
      Georg

  4. Chiara Scinetti sagt:

    Liz, ich bin tot
    Kapitel 1
    Seit dem Angriff versteckt sie sich und meidet jedmöglichen Kontakt zu anderen Menschen. Nach dem Angriff lag ich mehrere Tage im künstlichen Koma. Mein halber Schädel war zertrümmert und ein Viertel aller meiner Knochen war gebrochen. Katy erging es nicht besser. Ihr halbes Bein war ab und sie brauchte ein Neues. Sie hatte eine schlimme Gehirnerschütterung und eine tiefe Wunde am Hals, wo sie vom Messer getroffen worden war. Ich hatte viele Schrammen, wurde aber nicht mit einem Messer attackiert.
    Wir waren allein, als es passiere. Wir gingen gerade nach einer kleinen Party bei Katys Freundin nach Hause. Es stürmte etwas. Als wir eine Abkürzung über den Friedhof nahmen, schlug neben mir ein Blitz in einen Baum ein. Ich schrie auf und sprang zur Seite. Katy bemerkte den Baum erst, als er ihr aufs linke Bein knallte. Sie schrie wie verrückt, doch niemand half uns. Wir waren auf dem Friedhof, nicht mal in der Nähe der Stadt.
    Ich versuchte den Baum anzuheben, schnitt mich dadurch aber nur an den Scherben von Katys zertrümmertem Handy, dass bei ihrem Sturz aus ihrer Hosentasche gefallen war. Ich fluchte mit Tränen in den Augen, während Katy darum rang, nicht das Bewusstsein zu verlieren. Sie verlor fürchterlich viel Blut.
    Da wurde ich plötzlich zur Seite geschleudert und prallte gegen einen Grabstein. Eine Person mit schwarzen Umhang beugte sich zu der schreienden Katy hinunter und sie verstummte.
    Ich versuchte aufzustehen, doch es gelang mir nicht. Die Schmerzen, die durch meinen ganzen Körper strömten, waren zu schlimm. Also krabbelte ich zu Katy hinüber und krächzte:“Bring sie ins Krankenhaus. Bitte.“ Die Person schüttelte kaum merklich den Kopf. Ich schloss die Augen und registrierte, dass Katy wahrscheinlich sterben würde. Und ich auch.
    Da hörte ich ein lautes Knacksen und Katy brüllte vor Schmerz. Ich sah, wie die Person Katys Bein unter dem Baumstrunk hervor riss und ich riss die Augen. Denn nur die Hälfte von Katys linkem Bein war wieder hinaus gekommen. Ich erbrach alles, was ich je in mir gehabt hatte, auf einen Grabstein neben mir, auf dem „Lila Stacy“ stand. Ich hörte die Person kichern und öffnete schwer atmend die Augen.
    Die Person wirbelte herum und ich wurde erneut gegen ein Grab geschmissen. Ich kreischte auf. Im gleichen Moment schoss ein unerträglicher Schmerz, der noch schlimmer brannte als Feuer, durch meinen Schädel. Dann verlor ich das Bewusstsein.
    Ich erwachte fünf Tage später im Krankenhaus, Mum saß auf meiner Bettdecke und lächelte mich glücklich an. Das erste, dass Mum sagte, war:“Ich bin so froh, dass ich bald nicht mehr alleine die Wäsche Bügeln muss!“ Sie meinte das zwar als Scherz, doch es traf mich so schlimm, dass ich zusammenzuckte und weinte. Es war einfach zu viel. Der Angriff, der Anblick des Krankenhauses und der ganzen Schläuche, die an mir angeschlossen waren, Mums Worte. Und die Tatsache, dass ich garantiert die einzige ihrer beiden Töchter war, die noch lebte. „Ich gehe den anderen Bescheid sagen dass du aufgewacht bist.“, sagte Mum und verschwand. Ich wollte nicht, dass sie wiederkam. Vielleicht nahm sie Dad mit. Und Clyde. Und den Arzt. Und Grandma und Grandpa. Und vielleicht sogar Tante Derry und Onkel Chey. Doch es kam Eder Dad noch eine Ärztin. Es kam ein Junge, den ich noch nie gesehen hatte, in Begleitung von einem Mädchen in ungefähr meinem Alter. Das Mädchen hatte eine Glatze und ein verzehrtes Gesicht. Sie trug wie ich einen Krankenhauskittel. Sie kam mir etwas bekannt vor, doch ihre Stimme war mir völlig fremd. „Du bist nicht tot.“, stellte sie mit rauer Stimme fest und der Junge verzog das Gesicht. Auch schon bemerkt, was?
    Ich nickte und höhnte:“Blitzmerker.“ Da sprang das Mädchen auf mich zu und fauchte. Der Junge stürzte sich auf das Mädchen und drückte sie gegen die Wand. Er zischte ihr irgendwas zu, doch sie fixierte mich weiterhin mit boshaftem Blick.
    Dann wandte er sich an mich und erklärte:“Wir du bestimmt weißt, ist Katy leicht aus der Fassung zu bringen.“ Ich brauchte mehrere Momente, bis mein Gehirn anfing zu rattern und mir aufging, was der Junge gerade zu mir gesagt hatte. Dieses hässliche glatzköpfige Mädchen mit dem bösen Blick und der männlich tiefen Stimme war meine Schwester.

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