dtv Schreibwerkstatt
 
Ganze Geschichten

Schreibaufgabe 01
6. Februar 2010

Hier kannst du eine ganze Geschichte von dir veroeffentlichen. (Bitte nicht zu lang!).

Und die anderen Leser koennen ihre Meinung dazu schreiben: Kritik, Lob, Tipps usw.







270 Antworten zu “Ganze Geschichten”

  1. Clara sagt:

    “Wann kommt den der Siedler endlich? Nicht das ich scharf auf Mathe wär, ich langweile mich ja auch schon so genug, aber wenigstens hab ich da was zu tun… Oder schlafen, das wär jetzt schön”, träumte Hannah vor sich hin.
    Ihr Lehrer war schon 20 Minuten zu spät und der Klassenraum sah aus wie Hempels unterm Sofa. Während einige versuchten ihre Sachen vor Max, Simon, Johannes und Lucas in Sicherheit zu bringen die mit Wasserpistolen rumschossen, langweilten sich manche zu Tode.
    Schlafen konnte niemand, der Geräuschpegel war viel zu hoch um sich auch irgendwie zu verständigen.
    “Hast du die Hausaufgaben in Musik und Deutsch?”, schrie ihre beste Freundin Katja ihr ins Ohr.
    Wortlos schob ich ihr mein Heft rüber und sie begann eifrig zu schreiben. Nach nicht zu endenden 5 Minuten kam ihr Lehrer.
    Total verschwitzt und gehetzt betrat er mit dem Direktor und einem gutaussehenden Jungen den Raum.
    “Das ist euer neuer Mitschüler Josua! Er kommt aus Kroatien und bleibt ein Jahr bei uns. Hannah? Setzt du dich bitte neben ihn, du bist die zuverlässigste!”, sagte Herr Siedler und begann den Unterrcht vorzubereiten.
    Josua ging mit schnellen Schritten auf Hannah zu und zwinkerte.
    Sie lief rot an und sortierte hektisch ihre Stifte ein, doch soweit kam sie gar nicht. Jetzt erst hatte der Lehrer den Saustall im Klassnezimmer bemerkt und jetzt mussten alle mit anpacken und aufräumen.
    Hannah ließ ihhren Stift vor Schreck fallen und höflicherweise sprang er sofort auf und gab ihr den Stift mit den Worten: “Bitte sehr Hannah. Du heißt doch so, oder nicht?”
    “Ja, ich bin Hannah. Danke!”, sagte sie. Sie zitterte unmerklich bei diesen Worten und ihm entging das nicht. Mit einem Grinsen auf den Lippen fing er an mit aufzuräumen.
    “Er hat ja sooo einen süßen Akzent und hast du seine Oberarme gesehen? Sein Styling ist auch total cool und er ist auch total nett. Findest du nicht auch Katja?”, säuselte Hannah vor sich hin. “Hmm, wenn du meinst!”, grunzte Katja unfreundlich und bog in ihre Haussiedlung ein.
    Am nächsten Morgen fühlte sich Hannah wunderschön als sie aus der Tür kam. Sie hatte sich dezent geschminkt und selbst Katja staunte darüber.
    Josua empfing Hannah mit einer Umarmung und sie wäre fast erstickt vor Freude wenn Katja ihr nicht auf den Rücken geklopft hätte.

    Ein Vierteljahr später:

    Hannah wollte sich heute endlich trauen ihn zu fragen ob er mit ihr zusammen sein will.
    Ganz hibbelig erwartete sie schon die Schule.
    Sie aß nicht einmal ihr Frühstück sondern raste aus dem Haus wie eine Irre.
    Er erwartete sie am Schultor und sie nahm all ihren Mut zusammen und sagte: “Josua, wir kennen uns doch jetzt schon ein bisschen besser!? Und da wollte ich dich fragen ob…”,sie machte eine Pause,”ich liebe dich. Willst du mit mir zusammen sein?”
    Er schaute sie erstaunt an und sagte dann: “Genau dasselbe wollte ich dich auch fragen! Und ja, wär ja sonst sinnlos.” Er grinste sie an und sie lächelte zurück und sie verfielen in einen unendlichen Kuss.

    Das war mal eine Liebesgeschichte,
    Clara :)

    • Georg Maag sagt:

      Gut gemacht, Clara, gefaellt mir ganz gut. Habe auch keine grosse Kritik an diesem Stueck, keine Panik. Der letzte Teil mit dem Zeitknicks gefaellt mir weniger. Warum er ploetzlich bereit ist, versteht man nicht aus deinen Worten. Da muesste schon etwas passiert sein, damit er seine Meinung geaendert haette, denkst du nicht?
      Ciao
      Georg

  2. Alles (nur) Computer

    1

    Wirklich süchtig?

    Er ging den Gehweg hinunter, auf der anderen Straßenseite lief ein Mann mit einem Hund. Jeden Tag
    tat er das. Peter, so hieß der Junge, der den Mann oft beobachtete, musste sich nun beeilen. Die Schule
    fing gleich an. Er rannte los.
    Außer Atem setzte er sich nun auf seinen Platz. Er hängte seine Jacke an seinen Stuhl und griff in
    seine Tasche, um seine Mathesachen herauszuholen, da wurde die Tür ein zweites Mal geöffnet. Der
    Mathelehrer betrat den Raum. „Los, los, Hefte raus!“, rief er gut gelaunt. Er ging weiter zum Pult,
    stelle seine Tasche darauf und machte sich daran seine Sachen auszupacken. Dann öffnete er die Tafel
    und sagte:“ Beginnen wir heute mal mit etwas einfachem.“ Er schrieb ein paar gemischte Aufgaben an
    die Tafel und fragte: „Wer möchte mir nun die erste Aufgabe ausrechnen?“ Einige Schüler meldeten
    sich, auch Peter. Aber der Lehrer nahm ihn nicht dran. Stattdessen bat er Hans an die Tafel zu
    kommen. Alle sagen, er ist ein Streber. Fast keiner wollte etwas mit ihm zu tun haben. Doch Peter
    fand ihn eigentlich nicht so schlimm. Hans stand nun an der Tafel und löste die Aufgabe fast ohne
    groß nachzudenken. Peter fand das unfair. Fast immer kam Hans auch dran wenn er sich meldete.
    Warum musste man diesen Streber vorziehen? „Schlagt eure Bücher auf Seite 32 auf und macht
    bitte die Aufgaben vier, fünf und sechs.“, bat der Lehrer die Klasse.
    Bald klingelte es, – sie hatten etwa eine halbe Stunde ohne Zwischenfälle gearbeitet- die Schüler
    holten ihre Brote heraus und der Lehrer verließ eilends den Raum. Gleich darauf flog die Tür schon
    wieder auf. Ein Schüler, namens Tom kam herein. Meistens war er sehr verschlossen und keiner
    wusste viel über ihn. Auch war er bei vielen Raufereien und Streichen an erster Stelle oder auch oft
    der Verursacher. Er sah übermüdet aus und hatte blaue Ränder unter den Augen. Peter fragte sich, wie
    man so schlimm aussehen könne. Nun betrat ein neuer Lehrer den Raum und ließ ein kurzes ‚Tag‘
    vernehmen. Dem Stundenplan zu urteilen hatten sie gerade Deutsch. Nun fragte der Lehrer: „Was
    haben wir in der letzten Stunde gemacht?“
    Diesmal meldete sich mehr als die Hälfte der Klasse. Peter warf einen Blick nach hinten. Tom saß
    teilnahmslos an seinem Tisch und schaute aus schläfrigen Augen starr geradeaus.
    In der Pause stand Peter mit Reiner und Leo auf dem Schulhof. „Meint ihr, er hat die Nacht
    durchgemacht, Party gemacht, ist um die Häuser gezogen und so?“, fragte Leo, aber mehr zu sich selbst. Reiner versuchte den Faden weiterzuspinnen: “Vielleicht, …ne, ne, schon gut. Es könnte ja auch sein, …na ja, vielleicht ist er drogensüchtig.“ Peter sagte etwas, doch es ging im Lärm den das Klingeln der Schulglocke ausgelöst hatte unter. Nach der Pause hatten sie Chemie. Tom saß immer noch genauso an seinem Tisch. In der Stunde ging es um Antioxidationsmittel. Es war zwar totlangweilig und einige schliefen auch. Auch wenn man Tom erst jetzt kennen gelernt hätte, könnte sehen, dass sein Gesichtsausdruck nichts mit dem Thema der Stunde zu tun hatte.
    In der nächsten Stunde zeigte sich jedoch kurz eine kleine Veränderung: Als sie gerade an ihren
    Aufgaben saßen, tippte er kaum merklich, aber immerwährend mit seinem Mittelfinger auf sein Buch.
    Vielleicht wollte er irgendjemanden nerven, obwohl das ständige Tippen sowieso bald jedem auffallen musste.
    Nach der Stunde gingen sie nach Hause. Sie unterhielten sich dabei über Tom. Dann verabschiedete
    sich Peter an seinem Haus und ging hinein.

    2

    Erste Entzugserscheinungen

    Tom saß zuhause vor einem großen Teller Spaghetti. „Es, sonst wird es kalt!“, versuchte ihn seine
    Mutter zum Essen zu ermuntern. Schnell aß Tom den Teller leer. „Nachschlag?“, fragte die Mutter.
    Aber ihr Sohn antwortete barsch: “Nein, nein. Danke!“ Dann ging er in sein Zimmer. Die Mutter blieb
    stehen; die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. „Mach erst deine Hausaufgaben!“, rief sie ihm
    hinterher. Er musste für Musik etwas abschreiben und auswendig lernen. Für Biologie musste er einen
    Text über Tiere, Lebensräume und so was schreiben. Als er eine ganze Weile nur aus dem Fenster
    gestarrt hatte, entschloss er sich nun Hausaufgabe zu machen. Dann nahm er aber seinen MP3-Player
    und hörte Musik. Die Hausaufgaben vergaß er vorerst.
    Als er drei Lieder gehört hatte, war auf einmal die Batterie leer. Tom nahm die Kopfhörer aus seinen
    Ohren und schleuderte den MP3-Player quer über den Schreibtisch. Er bemerkte nun, dass seine
    Hände zitterten. Da fielen ihm die Hausaufgaben wieder ein. „Schnell, schnell!“, dachte er genervt.
    Ihm wurde kalt, als hätte er Fieber. Aber er griff nach seinem Füller und machte sich an die
    Hausaufgaben. Aber er griff nach seinem Füller und machte sich an die Hausaufgaben. Seine Hände
    zitterten immer mehr und seine Schrift wurde immer krakeliger.
    Dann gab er es nach den Musikhausaufgaben endgültig auf. Er stand auf und stieß mit seinem Fuß gegen seinen Papierkorb.
    „Oh, der Papierkorb ist voll!“, bemerkte er. „Leeren!“ Er tippte mit seinem zittrigen Mittelfinger auf
    den Papierkorb, hörte dann abrupt wieder auf. Er merkte nämlich, dass er nicht mehr in der Lage war irgendetwas anderes zu tun als sich seinem Computer hinzugeben. Nun brach ihm kalter Angstschweiß aus und lief ihm den Rücken herunter, wie eine Horde Ameisen. Dann drückte er auf den Startknopf seines Computers. Ganz fest. So, als würde er es niemals wieder loslassen. Wie jemand der Angst hat dass es ihm aus den Händen gerissen werden würde. Dann ließ er los.
    Es ging ein Surren und ein Brummen durch den Raum. Tom wirkte zufrieden und so erleichtert, als der PC endlich lief. Sehnsüchtig berührte er die Tastatur und strich sachte darauf entlang. „Mach! Mach! Mach!“ Er schlug auf den
    Tisch. Es ertönte der Willkommenston. Schnell öffnete er Action of Africa, gab Accountname und
    Passwort ein. Dann wartete er bis er angemeldet war. Er wählte nun Ohja, seinen einheimischen
    Bärenkrieger und rüstete ihn mit zwei Dolchen Stufe 5 aus. Als nächstes klickte er auf ‚Start‘.

    Es wird geladen…
    Spiel startet…

    Als erstes öffnete er das Chatfenster.

    Tom: Hi alle zusammen
    Rick: Mann! Schau dir das an! Ich habe gerade Orca Lv 50 gefischt.
    Alex: Ey, geil!

    Sobald er das Spiel gestartet hatte, ging es Tom besser. Alle schlechten Gefühle waren wie weggeblasen. Tom machte das Chatfenster kleiner und lief mit Ohja vom Strand zum Urwald, der von allen
    ‚Affenwald‘ genannt wurde. Was genau das bedeutete würde Ohja bald am eigenen Leib erfahren. Als
    Ohja in den Wald lief, hörte man schon von weitem das Kreischen der Affen. Sie turnten durch die
    Bäume und sprangen von Ast zu Ast. Und nun sprangen die Affen auf Ohja nieder und attackierten
    ihn. Sie schlugen auf ihn ein und sie bissen, als er zurück schlug. Er schlug um sich, wirbelte herum
    und riss sich die Affen vom Leib. Aber für jeden Affen den er sich vom Leib gerissen hatte, kamen
    scheinbar drei Neue. Immer noch schlug er und riss sich die Affen vom Leib. Auch die Affen schlugen,
    bissen und hefteten sich wie Kletten an seinen Leib. Langsam schienen die Affen weniger zu werden.
    Dann kamen schon keine mehr nach. Fast geschafft! Plötzlich sah sich Ohja in einer noch misslicheren
    Lage: Die Affen warfen von den Bäumen mit Kokosnüssen und auch mit Bananen. Ohja schleuderte
    noch zwei weitere Affen von sich, dann zog er zwei Dolche aus der Scheide. Beide Dolche warf er
    nach den Affen. Doch die Affen wichen gekonnt aus. Glücklicher Weise streifte er einen Affen am
    Arm. Dieser schrie auf und rannte dann davon. Nun zog Ohja sein Beil hervor und schlug weiter nach
    den Affen, die wie zuvor nicht von ihm ablassen wollten. Es vielen drei von ihnen zu Boden. Mit dem
    Beil war er schon etwas geübter als mit den Dolchen die er gekonnt im Vorbeigehen einsammelte. Auf
    einmal erstrahlte der Bärenkrieger in hellem Licht. Über ihm erschien ein Schriftzug:

    Lv 25

    Unermüdlich kämpfte Ohja weiter. Er schlug und wirbelte herum, schlug und wirbelte herum, immer
    die gleiche Kombination. Aber auch die Affen ließen sich nicht abwimmeln. Doch nun es war fast
    geschafft, denn diese Kombination war sehr effektiv. Doch was nun kam, bemerkte er nicht. Oben im
    Baum, gut versteckt und perfekt angepasst, saß er da, der Schütze. Er hatte Tarnkleidung an, das
    Gesicht grün gefärbt und war mit einem Scharfschützengewehr ausgerüstet. Ein Schuss genügte um
    Ohja niederzustrecken. Schon als der Bärenkrieger fiel breitete sich eine riesige Blutlache unter ihm
    aus.
    „NEIN!“, schrie Tom. Doch er konnte nichts tun. Das war nicht die wirkliche Welt. Das war ein
    Computerspiel. Und doch fühlte Tom so etwas wie Trauer und Schmerz. Er war tot. Tot!
    Der Schütze schien höhnisch aufzulachen und verschwand dann im Geäst. Der Bärenkrieger blieb im
    Blut liegen und der Bildschirm verdunkelte sich.

    Es wird geladen…

    Das Auswahlfenster öffnete sich. Als nächstes wählte Tom seinen Amerikanischen Scharfschützen.
    Sein Name war Sean Armstrong. Ihn rüstete er mit einem verbesserten Scharfschützengewehr Stufe 25
    aus.

    Es wird geladen…

    Spiel startet…

    Diesmal startete er in der Stadt. Der Scharfschütze Sean Armstrong lud das Gewehr. Schießen. Auf
    alles schießen was sich bewegt, das wollte Tom jetzt. Es war ein unbeschreiblich starkes Gefühl. War
    es Rache? Sean zielte und schoss. Er traf einen Bürger in die Brust. Dieser war sofort tot. Ein roter
    Fleck breitete sich auf seinem Hemd aus. Nach etlichen Gewehrschüssen, Toten und Levelaufstiegen
    ging Tom in sein Bett und legte sich schlafen. Dabei schaute er noch auf seinen Wecker.

    3:00 Uhr

    Dann schlief er ein.

    3

    Überfall

    Peter war heute extra früher als sonst losgegangen. Wieder begegnete er dem Mann mit dem Hund.
    Als er an Timos Haus vorbei lief, kam dieser gerade durch die Tür.
    „Hi, Timo!“
    „Hey!“
    „Komm, beeil dich!“
    „Okay“
    Eine Weile liefen sie so schweigend nebeneinander. Dann griff Peter das Thema ‚Tom‘ wieder auf.
    „Was meinst du?“
    „Weiß nich‘. Hast du schon was rausbekommen?“
    „Nee. Was soll ich denn da rausbekommen?“
    „Weiß auch nicht“

    Tom lief stillschweigend den Fußweg entlang. Stillschweigend und alleine. Heute war er pünktlich losgegangen, aber er traf niemanden. Plötzlich fiel etwas auf seinen Rücken. Als er sich umschaute, entdeckte er auf seinem Rücken einen Affen. Tom störte sich nicht daran und lief weiter. Denn was sollte ein Affe denn schon tun? Es waren ja liebe Tiere. Plötzlich fing der Affe an zu schlagen und ihm in den Haaren zu ziehen. Tom versuchte ihn abzuschütteln, doch es half alles nichts. Wieder und
    wieder versuchte er es, doch er hatte keinen Erfolg. Auf einmal biss der Affe in seinen Nacken. Tom schrie auf. Schnell versuchte er, den Affen von sich zu reißen. Aber der Affe hielt sich eisern fest und ließ sich nicht einschüchtern. Wie aus der Ferne hörte Tom plötzlich Gekreische. Das Gekreische kam ihm seltsam bekannt vor. Der Affe schlug weiter auf ihn ein, trat, biss und kratzte.
    ‚Das ist ein schlimmer Alptraum! ‘, dachte Tom. ‘Ich will sofort aufwachen! ‘ Er wehrte sich weiter.
    Sie kamen auf einmal von allen Seiten, sie sprangen über Gartenzäune, Hecken und rissen allerhand
    mit sich. Man hörte Blumentöpfe splittern, Gartenmöbel umfallen und Wasche von den Spinnen
    reißen. Am deutlichsten hörte man ihr Gekreische. ‚Wo kommen die bloß alle her? Und, dass die
    keiner gesehen hat. Schließlich müssen die ja irgendwo ausgebrochen sein! ‘Tom war sichtlich
    verwirrt und begriff erst viel zu spät den Ernst der Lage. Da waren sie schon da, die Affen. Es waren
    sehr viele und sie wurden immer und immer mehr. Sie schlugen auf Tom ein; sie taten all das was,
    auch der erste Affe getan hatte und auch die Affen in Action of Africa getan hatten. Auch als er schon
    längst bewusstlos war, schlugen sie weiter auf ihn ein.
    Zwischendurch sah er vorbei laufende Beine, und fiel dann wieder in Ohnmacht. Peter und Timo liefen wieder stumm nebeneinander her. Die Suche nach einem neuen Gesprächsthema hatten sie aufgegeben. Es herrschte gedrückte Stimmung. Wenig später waren sie dann in der Schule.

    Clara und ihre Freundinnen liefen schwatzend und lachend die Straße entlang. Plötzlich erstarrten sie. Dort lag ein Junge ohnmächtig oder sogar tot- und überall diese Affen.

    Marie war geistesgegenwärtig und lief hin.

    „Clara, ruf ´nen Krankenwagen“, rief sie.

    Sie versuchte an den Jungen ranzukommen, doch Marie hatte solche Angst vor den Affen, sodass sie nicht weiter zu den Affen heranging.
    „Clara, ruf mal ´nen Krankenwagen“, wiederholte Marie.

    Erst jetzt erwachte Clara aus ihrer Starre. Sie kramte einige Zeit in ihrer Handtasche nach dem Handy. Marie versucht weiterhin an den schwerverletzten Jungen ranzukommen. Clara fand ihr kurz darauf ihr Handy, doch bei Marie verlief es erfolglos. Marie brauchte zwei Anläufe, bis sie die richtige Nummer gewählt hatte. Ihre Hände zitterten. Doch als sie gerade ihr Handy ans Ohr hielt, kam ein Affe, sprang auf ihre Schulter, und nahm es ihr weg. Dann sprang er so schnell weg, dass keiner ihn hätte halten können.
    Sie waren zehn Minuten zu früh, als Peter seine Tasche abstellte. Die beiden setzten sich zu den anderen. Leo erzählte eifrig von seinem Fußballspiel am Wochenende: „Und dann habe ich das erste Tor geschossen.“

    Staunend hörten die anderen zu.
    „Sie kamen noch nicht mal in die Nähe des Tores“.
    Auf einmal stürmten fünf Mädchen in den Klassenraum.
    „Draußen liegt ein schwer verletzter Junge, oder vielleicht ist er auch schon tot.“, rief Marie aufgeregt.
    „Das müssen wir uns angucken“, beschloss Reiner.

    Leo und ein paar andere liefen dem Mädchen hinterher. Timo rief den noch hinterher: „Gleich fängt der Unterricht an“, doch sie liefen einfach weiter. Kurz darauf klingelte es schon. Sie würden es nicht schaffen. Dann kam die Lehrerin.

    „Good morning everybody“

    „Good morning Mrs. Smith“

    „Sit down please. We want to rember us about the tenses.
    Explain please: What is the present progressive, Toni?”

    That`s the present. That you built with “ing” and the first form.”

    „Ah that’s right. Thank you. Please tell me something about the present perfect, Pete.”

    „With ed…”

    „Please answer in complete sentences. “You can build….”

    „Can but not must. Today I do not to use it. I use….”

    „No, no, excuse me! You build it with ed et the second form.”

    „Where?”

    „By irregular, Mrs. Smith”.

    „No, it is not right, Andrew”.

    „Withed et the third form by irregular…”

    „Ähm…! You build it… “

    „Yes, so it is. Thanks. Signalwords.”

    Reiner, Leo und die Mädchen erst nach der großen Pause wieder. „Nicht rankommen! Alles Affen!“, meinte Leo. „Was ?!“ . Peter war ungläubig. Eins der Mädchen war beleidigt: „Hab` ich doch gesagt!“ Dann trennten sich ihre Wege.

    Als Tom erwachte, musste es etwa 12 Uhr sein. Die Affen waren fort, auch die Beine und die Gaffer. Langsam stand er auf. Er fühlte sich schlecht und wackelig auf den Beinen. In die Schule konnte er jetzt nicht mehr. Er ging weiter, obwohl er nicht wusste, wohin ihn seine Beine trugen. Immer weiter, an der Schule vorbei. Aus dem Ort hinaus, an einer Wiese vorbei.

    „Meint ihr, es war Tom?“
    „Klar“
    „Was macht er denn?“
    „Kommt, wir müssen rein, es hat geklingelt.“

    Den restlichen Tag erschien Tom nicht mehr in der Schule. Doch keiner erzählte den Lehrern was davon, was sie gesehen und gehört haben. Dann war Schulschluss, und Tom war nicht gekommen. Alle gingen nach Hause.

    Auf einmal schreckte Tom hoch. Er hatte sich weitgehend erholt. Nun stand er auf, und ging los.
    Die Schule musste vorbei sein, uns es machte keinen Sinn, noch mal dort hinzugehen. Er ging weiter, weiter durch den Wald den er gerade betreten hatte. Zwischendurch wurde ihn schwarz vor Augen oder schwindelig. Dann stand er ganz schnell wieder auf, und ging weiter. So wie jetzt auch.

    Dann sah er auf einmal einen Garten, mitten im Wald. Plötzlich verschwand dieser und um Tom herum war wieder die eiserne schwärze. Als er wieder erwachte, saß er an einen Baum gelehnt. War der Garten nur Illusion gewesen? Er blickte um sich; hier war gewiss kein Garten! Jetzt fantasierte er schon. War er denn krank? Er wollte unbedingt nach Hause.

    4

    Cayenne

    Er wusste nicht genau, wie er nach Hause gekommen war- nur, dass er sehr schnell gelaufen sein musste. Nun fand er sich am Tisch beim Mittagessen wieder.

    „Ich habe mir Sorgen gemacht“, empörte sich seine Mutter.
    „Brauchst du nicht“, entgegnete ihr Sohn.

    Damit gab sich seine Mutter nicht zufrieden. Sie fragte: „Wo bist du gewesen?“

    Tom wurde nun langsam sauer. Konnte seine Mutter nicht aufhören zu fragen? Er versuchte die in ihn aufsteigende Wut in Zaum zu halten, und antwortete:

    „Beim Freund“

    Er wollte aufstehen und gehen, aber seine Mutter war noch nicht fertig.

    „Du hättest Bescheid sagen können“, rief sie besorgt.
    „Vergessen“, meinte Tom knapp.

    Dann ging er. In seinem Zimmer machte er den Computer an. Er spielte wieder einmal Action Africa. Diesmal bemerkte Tom eine Veränderung. Er hatte nun, da Ohja tot war, eine neue Spielfigur kreiert. Die er nun ‚Cayenne, die Wölfin’ taufte. Sie war Schamanin, aber als Kriegerin gut zu gebrauchen, und durch Magie gestärkt.

    Es wird geladen…
    Das Spiel beginnt…

    Als erstes öffnete sich ein kleines Fenster.

    Wollen Sie das Tutorial spielen?

    JA
    NEIN

    Er wählte „Nein“ aus, denn er konnte das Tutorial nun schon auswendig.
    Kurz öffnete er noch das Chatfenster, unterhielt sich kurz mit seinem Freund, machte es anschließend wieder zu und widmete sich wieder seinem Spiel. Dann ging er zu den verwaisten Feldern. Die befanden sich nordwestlich seines Startdorfes. Hier sollte einmal eine Schlacht stattgefunden haben. Viele Krähen schwebten durch die Luft, oder saßen auf den Feldern.

    „Hey Fremder“

    Es war ein Bauer gewesen, der das gerufen hatte.

    „Soll ich dir die Geschichte der verwaisten Felder erzählen?“

    „Nein danke, kein Bedarf. Hab´s schon tausendmal gehört“, murmelte Tom.

    Er klickte auf ‚NEIN‘

    „Ich kenne es schon in- und auswendig.“

    Irgendein Kampf hat hier statt gefunden, dann siegte einer und er Geist des Toten suchte das Feld und die Bauern heim.

    „Ein Geist, wer es glaubt wird selig.“
    „Und diese dummen abergläubischen Bauern sind dann abgehauen- wie blöd muss man sein.“

    Er hatte den halben Weg schon geschafft, und das, was er suchte, kam in Sicht. Vor ihn lag eine Hütte, aus Holz und Schilf. Aus dem Schornstein stiegen allmählich ein paar Rauchwolken empor. Er verließ die Felder und ging über eine kleine Rasenfläche bis hin zum Haus. Davor stand der Einsiedler, dem das Haus gehörte.

    „Habt ihr auch von den Raubüberfällen gehört?“

    „Nein, es gab Überfälle?“

    „Wo und auf wen?“, fragte Cayenne.

    „Ja, die Überfälle passieren immer wieder. Sie überfallen meist uns Einsiedler oder die Bauern, und rauben Tiere, Frauen und Kinder.“

    „Mann, ich weiß das“, maulte Tom.

    Obwohl ihn die beiden nicht hören konnten.

    Cayenne drehte sich wie ein erschrockenes Tier den Kopf nach hinten, sodass Tom ihr Gesicht sehen konnte, vermutlich, weil sie Angst hatte, jeden Moment könnte eine Herde dieser wilden Räuber, hinter ihr auftauchen. Dann, wieder etwas ruhiger, wandte sie sich wieder an den Einsiedler.

    „ Was waren es für Räuber?“

    „Raubritter“, meinte der Einsiedler.

    „Wir vermuten, dass die ihr Lager im Süden aufgeschlagen haben und…“

    „Ich weiß!“, meckerte Tom, „Könntet ihr euch bitte mal beeilen.“

    „Okay, ich werde sie suchen.“, sagte Cayenne und verabschiedete sich.

    „Nicht so schnell.“, rief Tom. Cayenne drehte sich um und ging wieder auf den Einsiedler zu.

    „Erst mal bestechen.“ Tom lächelte. Cayenne sprach den Einsiedler erneut an.

    „Was kann ich noch für euch tun?“, fragte dieser freundlich.

    Ich möchte ihnen etwas schenken.
    Wo waren die Raubritter noch mal?
    Schon gut.

    Sie klickte auf das erste. Sogleich fragte sie der Einsiedler was sie ihm schenken wollte.

    Meinen Ring.
    Mein Geld: 1P Taler.
    Meinen Fächer.
    Alles.
    Schon gut.

    „Hier hast du meinen Fächer, den wirst du sicher brauchen. Vor allem, weil es in diesem Sommer wieder so heiß ist.“

    „Danke. Und viel Glück!“

    „So, jetzt stehe ich in der Gunst des Alten.“, murmelte Tom.

    Am Wald traf Cayenne einen Krieger, der, als Cayenne ihm von den Raubrittern erzählte, gleich einwilligte mitzukommen. Beim Fluss trafen sie ein Mädchen. Sie sagte sie suche ihre Familie. Aber als Revo, so hieß der Krieger, sie fragte, ob sie Waffen besitze oder damit umgehen könne, verneinte sie es. Doch das Mädchen wollte ihre Familie um jeden Preis wiederbekommen und mit ihnen ziehen. Im Falle eines Kampfes an ihrer Seite kämpfen.

    Als sie so nebeneinander her liefen, fragte Cayenne sie: „Wie heißt du?“
    „Olma“, sagte das Mädchen zaghaft.
    „Olma, kannst du uns einen Weg über den Fluss zeigen?“, fragte Cayenne sie dann.
    „Bei den Dörfern gibt es einen. Das ist der einzige…oder…nein! Es gibt noch einen. Allerdings wird er gemieden, Der Pfad des Todes“.
    „Was ist das für ein Pfad?“, erkundigte sich Revo.
    „Ein Pfad des Grauens und der Angst!“, erwiderte das Mädchen, theatralisch. Ja, Tom fand es theatralisch.
    „Was labert die denn für einen Mist?“, rief er aus.
    „Können wir diesen Pfad denn nicht nehmen?“, fragte sie Cayenne.
    „Klar können wir den nehmen. Aber wollt ihr über Leichen gehen?“
    „Eigentlich nicht. Aber was bleibt uns anderes übrig?“, meinte Cayenne.
    „Genau. Eine Dreitagesreise wäre jetzt nicht angebracht“, stimmte ihr auch Revo zu.
    „Gut! Kommt!“, rief das Mädchen und sprang leichtfüßig vor ihnen her. Dabei wehte ihr Kleid im Wind und ihre Zöpfe wippten bei jedem Hüpfer auf und ab.
    Nach einiger Zeit, es mochte so gegen Mittag sein, erreichten sie die besagte Stelle und überquerten dort den Fluss. Am Ufer machten sie Halt und aßen etwas von Früchten der Bäume und Palmen. Es gab Kokosnüsse, Bananen und vieles mehr. Nach dem Essen wollten sie schon weitergehen, doch Revo hielt sie zurück.
    „Moment!“, rief er „könnt ihr kämpfen?“ Doch aus ihren Gesichtern konnte er die Antwort schon sehen, bevor sie ‚Nein’ sagten. Aber beide nahmen es unterschiedlich auf- Olma angstvoll; Cayenne interessiert.
    „Na gut“, meinte Revo und zückte sein Schwert. „Nun schaut.“ Forderte er beide auf und tat so, als ob er mit einem unsichtbaren Gegner kämpfen müsste. Olma staunte sehr und auch Cayenne schien beeindruckt von diesen Angriffen, Paraden und Schlägen. Dann sagte Revo: „Nun seid ihr dran. Wer möchte? Du Cayenne, komm“
    Zaghaft trat Cayenne vor und Revo legte das Schwert in ihre Hand.
    „Keine Angst!“, meinte er „Das ist ein Kurzschwert. Leicht zu handhaben,…“
    „Also, du meinst ich kann das?“
    „Ja, sicher! Versuche es!“
    Er ließ sie ein bisschen umher schlagen, was aber mehr aussah wie Herumstochern in der Luft, dann bedeutete er ihr einen Moment innezuhalten. Nun ergriff er ihren Arm, führte ihn etwas durch die Luft und sagte dann kurz: „Warte“
    Er stellte sich ihr gegenüber. „So solltest du stehen.“ Sein stand war etwas breitbeinig aber sicher und fest. Etwas unbeholfen tat sie es ihm nach. Unbemerkt versuchte auch Olma mitzumachen.
    „So?“ fragte Cayenne zaghaft.

    „Ähm, ja…, okay.“ Dann zeigte er ihr ein paar Grundbewegungen, die sie mehr schlecht als recht nachmachte.
    „Gut.“, log er. Cayenne lächelte nur stolz.
    „Und Du?“ Er wandte sich an das kleine Mädchen.
    „Du, wie heißt du noch mal?“
    „Olma“.
    „Olma. – was machen wir mit dir? Ich gebe dir einen Dolch.“
    Olma wirkte etwas entsetzt, als sie den Dolch entgegen nahm.
    „ Passt doch. So, steck ihn in seinen Schuh…oh!“
    Sein Blick wanderte zu ihren nackten Füßen
    „Steck ihn in deine Rocktasche, okay?“
    Olma nickte. Etwas verunsichert steckte das Mädchen den Dolch dorthin.

    Langsam wurde Revo ungeduldig und fragte: „Können wir endlich los?“
    Cayenne nickte nur stumm. Als sie aufbrachen, rannte das Mädchen zu Cayenne und nahm ihre Hand. Revo lief etwas abseits.

    Viel passierte nicht. Dann sahen sie es: Es war ein recht kleines Lager in dem sich etwa 20 Raubritter befinden mussten. Zur Sicherheit speicherte Tom an dieser Stelle. Danach spielte er sofort weiter.
    „Cayenne, ich würde sagen, wir schleichen uns von hinten heran und…“, erklärte Revo.
    „Aber wir können nicht 20 Leute töten! Wir sind nur zwei, …drei.“, wandte Cayenne ein.
    Revo ließ sich davon nicht beeindrucken. „Geht schon!“, meinte er.
    „Wir töten die Beiden Aufseher. Aber jeder einen und gleichzeitig, denn sie haben Blickkontakt und schlagen sonst Alarm.“
    Cayenne verstand immer och nicht ganz. Sie fragte etwas verunsichert: „Okay, und dann?“
    „Hier.“ Er reichte Cayenne ein Messer. Steche es ihnen in die rechte Seite. Also nicht in Herz, sondern in die Lunge. Dann können si nicht mehr schreien.“
    „Und dann?“, wiederholte Cayenne ihre Frage.
    „Dann, äh…ich meine, logisch wäre, wir töten den Anführer.“
    „Schön.“ Und wie wollen wir das anstellen?“
    „Weiß nicht. Wird schon gehen.“
    Und als könne er Cayennes Gedanken lesen fügte er hinzu: „Das Zelt dort hinten siehst du es?“
    Cayenne nickte. „Das gehört dem Aufseher.“ Es war groß und trug eine rote Fahne.
    „Und wie…?“
    „Egal. Kommt jetzt!“
    „Und was ist mit mir?“, meldete sich plötzlich Olma zu Wort.
    „Du,…wartest hier.“

    Leise schlich sich Cayenne an den einen, Revo an den anderen Aufseher heran. Sie sahen wie zwei Schatten aus. Revo gab das vereinbarte Zeichen und ein Messer stach den Aufseher in den Rücken. Er wollte schreien doch es kam kein Ton aus seiner Kehle. Auch bekam er keine Luft. Und gleich darauf war er tot. Lautlos sackte er in den Matsch. Dem anderen Aufseher erging es nicht besser. Als ihm Cayennes Messer in den Rücken fuhr und ihm die Lunge durchbohrte, sah er seinen Kameraden in den Matsch fallen. Auch er wollte schreien, aber plötzlich konnte er das nicht mehr.
    „Weiter.“, flüsterte Revo in die Dunkelheit, obwohl Cayenne es sowieso nicht hören konnte. Doch sie verstand ihn.

    Ohne Zwischenfälle erreichten sie das Zelt des Anführers.

    ERROR!!!

    „Scheiße!“ fluchte Tom und schlug mit beiden Fäusten hart auf den Schreibtisch. Einige Zettel stoben auf. Der Computer war abgestürzt und Action of Africa ließ sich nicht mehr starten. Tom war am explodieren. Nebenbei fiel sein Blick auf die Uhr:

    6:00 Uhr

    , aber er beachtete es nicht weiter. Sonst war das die Uhrzeit, bei der er den Wecker ausmachte- ausmachen ist noch ein sanfter Ausdruck für die eigentliche Tätigkeit- sich umdrehte und weiter schlief, obwohl er eigentlich zur Schule musste.
    In diesem Augenblick begann auch der Wecker zu klingeln und in diesem Augenblick führte er rasch die eben beschriebene Tätigkeit aus. Dann legte er sich ins Bett und stellte sich schlafen.
    Kurz darauf betrat seine Mutter das Zimmer.
    „Aufstehen, Liebling. Du musst zur Schuuuh-le!“, rief sie feierlich.
    „Hää…“, murmelte Tom gespielt schlaftrunken. „Mama! Nenn mich nie wieder so!“
    „Ja, okay Liebl… Tom.“
    „Und erst anklopfen!“
    „Ja. Steh aber jetzt bitte auf. Du musst zur Schule.“
    „Mama, ich glaube ich kann nicht zur Schule. Ich fühl mich nicht so gut.“
    „Was hast du denn?“
    „Es ist so hell.“, stöhnte Tom theatralisch. Seine Mutter schaute einen Moment aus dem Fenster, um sich zu vergewissern, ob Sohn nicht fantasierte. Es war hell. Die Sonne schien direkt durchs Fenster auf Toms Gesicht.
    „Ich mache die Vorhänge zu. Ist das okay?“
    „Ja, ja. Mach“, darauf hatte Tom nur gewartet. Er rieb mit seiner Hand über seine Stirn, sodass die Stirn ganz heiß wurde.
    „Mir ist so warm.“, meinte er.
    „Zeig mal. Oh, ja deine Stirn ist ganz heiß.“

    Daraufhin verließ Toms Mutter das Zimmer, streckte aber sofort wieder ihren Kopf herein und fragte: “Willst du etwas frühstücken Liebl…- Tom?“
    „Nein. Danke der Nachfrage!“, antwortete er und versuchte dabei etwas freundlich zu klingen- was er sonst nie tat.
    Seine Mutter verließ das Zimmer und Frühstückte in der Küche. Bevor sie ging, lief sie noch einmal zum Zimmer ihres Sohnes. Wie er es gewünscht hatte klopfte sie an und wartete auf ein ‚Herein‘. Kurze Zeit später hörte sie etwas dem entsprechendes.

    „Ja, Mama was is`?“
    „Ich gehe jetzt zur Arbeit. In der Küche steht Tee für dich. Bleib solange wie möglich im Bett. Je mehr Tee du trinkst und je länger du im Bett bleibst, umso schneller wirst du wieder gesund!“
    „Ja Mama. Ich weiß. Geh schon. Ich komm schon zurecht.“
    „Okay, Scha… Tschüss.“

    5

    Treffen mit (Un-)Bekannten

    Tom wartete einige Zeit, bis das Motorengeräusch vom Fiat seiner Mutter außer Hörweite war. Dann stand er auf. Er zog sich Jacke und Schuhe an und dachte: “Wenn ich gleich vom Kiosk zurück bin, spiele ich endlich weiter Action of Africa.“
    Schnell rannte er über die Straße. Vor einem Laden hielt er an.

    Heins Kiosk

    , stand dort Oben auf dem Schild über der Tür. Ein Glöckchen klingelte, als er eintrat. Schnurstracks ging Tom auf ein Regal zu, welches Zeitungen und Zeitschriften beherbergte. Toms Blick schweifte über Magazine, Sportzeitschriften und Computer-Hefte. Tom griff nach einem Heft, dass ‚Roll-Play‘ hieß.
    Mit dem Heft in der Hand ging er zur Kasse, bezahlte und verließ den Laden. Abermals klingelte das Glöckchen. Mit seinem neuen Heft ging er über die Straße.
    Doch was war das? Vor seinem Haus standen ein Dutzend Penner. Anscheinend warteten sie auf ihn. Er wollte einfach an ihnen vorbei gehen und sie nicht beachten. Aber als sie ihn sahen, rannten sie auf ihn zu.
    „Was wird das denn?“ fragte sich Tom und ergriff wie einer Eingebung folgend die Flucht. Er rannte und rannte. Mitten auf der Straße. Und die Penner ließen nicht von ihm ab. Zum Glück war diese Straße verkehrsberuhigt. Aber vorne kam die Hauptstraße. Was sollte er tun. So konnte er nicht denken! Immer weiter rannte er und hoffte immer wenn er kurz einen Blick über die Schulter warf, die Penner wären verschwunden. Was wollten sie überhaupt?
    Da vorne war die Hauptstraße. Oder? War sie es wirklich? Nein, da war keine Straße! Und er rannte immer noch weiter. Plötzlich liefen seine Füße nicht mehr auf der Straße. Sie liefen im Matsch. Wo kam der Matsch auf einmal her? Langsam dämmerte es Tom. „Scheiße!“, rief er.
    Verschwommen nahm er Krieger war. Es mussten Raubritter sein. Jetzt war Tom sich sicher. Er war in einem Computerspiel. Das konnte aber niemals Wirklichkeit sein! Nun drehte er sich um. Da waren keine Penner. Waren sie wirklich da gewesen? Tom war sich da gar nicht mehr so sicher. Er musste hier weg. Nach Hause wollte er. Jetzt sofort!
    Ein Raubritter kam auf ihn zu, doch er beachtete ihn nicht und ging durch ihn durch. ‚Sie können mich nicht sehen! ‘, dachte Tom fröhlich. Er ging herüber zum ersten Aufseher, bei dem Revo stand. Kaum war er dort angekommen, fielen die beiden Aufseher in den Schlamm. „Revo, Cayenne?“, hauchte Tom. Es wurde ihm aber im nächsten Moment bewusst, dass wenn jemand ihn überhaupt hören konnte, würde es nur Revo sein. Und wirklich! Revo drehte sich um, sah aber durch ihn hindurch. Etwas verwirrt schaute er schon drein. Angst zeichnete sich auf seinem Gesicht aus, aber er schrie nicht. Hätte er geschrien, hätte er sich verraten.
    „Wer bist du?“, fragte Revo ihn „Wo kommst du so plötzlich her?“
    „Ich bin doch Tom…. Ach ja, du kennst mich nicht.“ Er reichte Revo die Hand. „Tom“, sagte er. Als Revo zögerte flüsterte er: „Revo?“
    „Ja.“, meinte dieser und war sichtlich verwundert. „Woher… woher kennst du meinen Namen?“, stotterte er.
    „Kann ich dir jetzt schlecht erklären. Weiter ihr musst zum Zelt.“
    „Ihr? Woher weist du von Cayenne und unserem Plan?“
    „Sagte ich doch schon! Geht jetzt!“
    „Einen Moment! Kannst du kämpfen?“
    „Ich weiß nicht…“
    „Wird schon gehen. Jedenfalls kann ich dich nicht hier alleine lassen.“
    „Okay, gehen wir.“
    Am Zelt trafen sie auf Cayenne.
    „Wir gehen jetzt rein.“
    „Okay. Und…“
    „Wir brauchen jemanden, der schmiere steht. Aber er hat zwei Wachen im Zelt.“, warnte sie Revo.
    Kurz darauf gingen beide ins Zelt. Draußen stand Tom nun alleine. Er konnte das immer noch nicht fassen. Sollte all das, dieses Spiel, Wirklichkeit sein? Vorher waren Revo, Cayenne und Olma nur Figuren in diesem Spiel gewesen. Nur ein virtueller Baustein. Ein Detail. Aber jetzt war alles anders. Er war bei ihnen. Er war einer von ihnen. Aber wie war das möglich. Dieses Spiel konnte nicht Wirklichkeit sein! So schnell er konnte und wollte er das nicht begreifen. Noch nicht.

    Als sie im Zelt waren ging alles ganz schnell. Ein kurzer Blick, ein Zeichen und beide wussten was zu tun war. Sie waren von hinten in das Zelt gekommen und hatten sich bemüht keinen Laut zu machen
    Auf einer komfortablen Liege schlief der Anführer. Aber er schien einen leichten Schlaf zu haben. Jetzt war Vorsicht geboten.
    Cayenne ging auf den schlafenden zu. Dieser schreckte hoch und wollte aufschreien, doch er war schon tot.
    Gerade als der Anführer hochschreckte, kamen die zwei Wachen herein. Revo war aber besser vorbereitet. Er hatte schon, als sie das Zelt betreten hatten, zwei Messer gezückt. Nun war er bereit. Er zielte und warf sie direkt in die Lungen der beiden Wachen, die sofort tot umfielen.

    „Und jetzt?“, fragte Cayenne sichtlich außer Atem.
    „Ich würde sagen wir ziehen erstmal die Klamotten von diesen Typen hier an.“, meinte Revo.

    Gelangweilt trat Tom von einem Fuß auf den anderen. Warum brauchte die solange? War etwas passiert? Aber er traute sich auch nicht seine Posten zu verlassen. „Ist das wahr?“, flüsterte Tom leise zu sich selbst und wusste sofort, dass es ein Fehler gewesen war. Und das wurde ihm im nächsten Moment bewusst. Eine kalte, scharfe Klinge schmiegte sich an seinen Hals. Sie würde ihn gewiss die Kehle durchschneiden, wenn er etwas Unüberlegtes tat. Denn dies musste das Schwert eines Raubritters sein. Was sollte er tun?
    „Was machst du denn hier? So spät in der Nacht sollte man nicht alleine sein. Und schon gar nicht hier.“, brummte der Raubritter. Sein Atem stank nach Bier und Fäulnis.
    „Ich glaube er ist nicht alleine!“, kam eine Stimme von hinten und der Raubritter spürte wie sich eine Dolchklinge zwischen seine Rippen bohrte. „Nur eine falsche Bewegung. Nur ein Stück weiter. Ein Stück…“, flüsterte Olma und drehte den Dolch demonstrierend in seinem Rücken. „Un jetzt nimm das Schwert da weg. Los!“ Der Raubritter machte keine Anstalten der Aufforderung Folge zu leisten und schien auch sonst wenig beeindruckt. Selbst die Tatsache, dass er gleich erdolcht werden könnte, schien ihn völlig kalt zu lassen.
    „Schwert weg!“ Olmas Stimme wurde drohend. Der Raubritter zögerte, dann war er tot. Olma hatte nicht gezögert. Doch jetzt sah ihr Gesicht bleich aus. „Was habe ich getan?“, hauchte Olma „Ich habe getötet!“
    „Ich weiß. Aber du musstest es. Damit hast du mich gerettet.“, meinte Tom.
    „Nein! Es war nicht richtig!“
    „Du hast dafür ein Leben gerettet!“
    Damit gab sich Olma halbwegs zufrieden.
    „Ich habe noch nie getötet.“, flüsterte sie nach einiger Zeit.
    „Ich auch nicht. Aber manchmal ist es notwendig. … Schon oft habe ich im Spiel getötet…“
    „Was? In welchem Spiel?“ Olma war auf einmal verwirrt.
    „Ach nichts. … Aber in Wirklichkeit töten… Nein! Das könnte ich auch nicht.“
    „Aber ich habe es getan!“
    „Es war Notwehr, Olma. Du konntest nichts anderes tun.“
    Eine Weile schwiegen beide. Dann sprach Tom leise weiter: „Ich meine richtig töten, bewusst,… Wer tut so was?“
    „Die!“, sagte Olma fest entschlossen, aber war doch darauf bedacht nicht zu laut zu reden.
    Sie redeten weiter. Diesmal aber über belanglose Dinge, wie wo sie herkamen und solche Sachen. Plötzlich kamen zwei Soldaten in Raubritterkleidung. Tom sprang auf.

    „Nicht so stürmisch! Wir sind es, Cayenne und Revo.“
    „Wir haben im Schlafsaal zehn Raubritter erdolcht…“, berichtete Cayenne.
    „Bleiben noch vier.“, kommentierte Olma.
    Sie brauchten sie nicht zu suchen. Zwei Raubritter standen auf einmal hinter ihnen. Sofort fuhr ihm Revos Klinge dem Soldaten dem Soldaten durch die Kehle. Der andere Soldat rief um Hilfe. Man konnte das schnalzen der Schuhe im Matsch hören. Auch der nächste war schnell erledigt: Revo verwickelte ihn scheinbar in einen Kampf, während Cayenne sich von hinten an den Soldaten heranschlich und ihre Klinge in seinen Rücken stieß.
    Nun kamen die letzten Raubritter des Lagers. Ihre schlurfenden Schritte und die schnalzenden Schuhe waren nicht zu überhören und ihre düsteren Gestalten waren nicht zu übersehen.

    „Noch zwei!“, kommentierte Olma und Tom war sichtlich verwundert. Denn gerade noch war sie entsetzt über das was sie getan hatte. Revo nahm sich den eine vor; Revo den anderen. Tom nahm Olmas Dolch, denn sie wollte nicht kämpfen und er wollte die beiden anderen weder enttäuschen, noch alleine lassen.
    Cayenne kämpfte gerade mit dem eine Raubritter und es war nicht abzusehen wer gewinnen würde. Tom kam ihr zur Hilfe und wollte den Raubritter von hinten erdolchen. Doch dabei passte er nicht auf und bekam den Schwertknauf des Raubritters, der gerade ausholen wollte, ab. Der Knauf traf seine Wange. Tom schrie vor Schmerz auf. Er schmeckte Blut. Seine Wange brannte höllisch. Langsam ließ er sich auf einen Stein sinken.
    Revo lieferte sich einen heftigen Schwertkampf, dem sein Gegner nach einiger Zeit erlag.
    Er kam zu ihnen geeilt, doch Cayenne brauchte seine Hilfe schon nicht mehr. Sie hatte dem Raubritter als er Tom getroffen hatte, sich nach ihm umgedreht hatte und auf ihn losgehen wollte, den Kopf abgeschlagen. Das Blut war nach alles Seiten gespritzt, als er fiel und dementsprechend sahen alle auch aus, als der Kampf vorbei war.
    Sie beschlossen den Einsiedler aufzusuchen und ihn um Rat zu fragen. Dort angekommen bat Tom den Einsiedler, dass er sie heile.

    „Cayenne. Ja, an dich erinnere ich mich. Kommt doch rein! Ihr seht ja schlimm aus!“

    Drei Tage war das jetzt her. Und Tom saß wieder mal am alten Holztisch und trank seinen Tee. Seiner Wange ging es schon bedeutend besser. Damit die Heilung besser voranschritt musste er auch diesen Tee mit Kamille trinken. Er war alleine und überlegte. Wie sollte er zurückkommen? Da griff er in seine Hosentasche und zog seinen iPod daraus hervor. ‚Ich schreibe Mama, sie soll das Spiel löschen. Dann bin ich wieder zu Hause. ‘ Schnell öffnete er eine neue Mail und begann zu schrieben. Doch auf einmal kam ihm noch ein zweiter Gedanke. ‚Wenn ich das Spiel lösche, sterbe ich vielleicht‘, dachte er. ‚Aber wenn das Spiel lösche, existiert es weiter. Denn es ist ja auf einem Server. Wenn man den Server zerstören würde,… Nein! So kann es nicht gehen. Das wäre zu schwer und kriminell. Außerdem würde ich das alles zerstören. ‘ Die Milliarden, die das Spiel dann nicht mehr spielen könnten, waren ihm egal. Denn es gab wichtigeres. ‚Wenn ich alles lösche sterbe ich vielleicht, aber Cayenne, Revo und Olma sicher. ‘
    Lange überlegte er hin und her und er wusste keinen Ausweg. In der Nacht kam ihm plötzlich der rettende Gedanke. ‚Ich muss einfach sterben! Das ist es! ‘, flüsterte er, sodass die anderen nicht erwachten.

    6

    Das Ende- Alles oder nichts

    Bei dem Gedanken zu sterben wurde ihm ganz anders. Er wusste nicht wie er darauf gekommen war. Aber es schien ihm die einzige Möglichkeit zur Rettung. Also schrieb er einen Zettel mit einer Nachricht, wobei er mir einer Feder auf gegerbter Tierhaut, die als Pergament diente, schreiben musste. Und das war gewiss nicht einfach. Doch kurz darauf war er soweit. Er verließ die Hütte; ein Zettel mit einer krakeligen Nachricht blieb zurück.

    Ich gehe wieder nach Hause. Ich werde gewiss nicht mehr zurückkommen.
    Es tut mir leid. Ich hoffe ihr seid nicht traurig und macht euch bitte keine
    Sorgen. Bitte kümmert euch um Olma.

    Tom

    Als er etwa eine halbe Stunde gegangen war hielt er an. Er hatte gefunden wonach er gesucht hatte. Ein Rudel Wölfe heulte um die Wette. Tom musste erst einmal allen Mut zusammen nehmen und sich klar machen, dass er es tun musste, dann ging er auf die Wölfe zu. Der Anführer bemerkte ihn zu erst und kam auf ihn zu. Die anderen Wölfe trabten hinterher. Leise schlichen die Wölfe um ihn herum. Hunger schienen sie nicht zu haben. Aber irgendwie musste Tom es doch schaffen. Er ging auf den Anführer zu und fauchte ihn an. Der Anführer fauchte zurück. Aber die Wölfe zeigten noch immer keine Reaktion. ‚Es muss klappen! ‘, dachte Tom. Panisch versuchte er seine Angst zu unterdrücken. Langsam zog Tom den Dolch hervor. ‚Ich kann doch nicht…‘ Aber er musste! Schnell und ohne hinzusehen stach er zu. Schwer verletzt stürzte der Anführer zu Boden.

    Er konnte nicht mehr sehen, was mit dem Anführer war, die Wölfe hatten sich schon auf ihn gestürzt und waren dabei ihn zu zerreißen.
    Was danach passierte wusste Tom nicht mehr. Aber er erwachte in eiserner Schwärze.
    „Was hat er getan?“
    „Selbstmord natürlich. Vielleicht sogar beabsichtigt.“
    „Er wird wohl kaum selbst dorthin gegangen sein.“
    „Das nehme ich an.“
    „Das glaubst du doch wohl selber nicht!“
    „Doch! Und…“
    Als erstes bemerkte Tom Stimmen, konnte aber kein Wort verstehen. Dann erhaschte er vom Gespräch nur ein paar Worte. ‚Bin ich im Himmel? ‘, fragte er sich. ‚Vor dem Jüngsten Gericht?‘ Wo war er? Auf einmal umfing Tom wieder eiserne Schwärze. Er war tot! Das war nun klar.
    Wieder erwachte er und was er sah machte ihn glücklicher als alles andere auf der Welt. Nun blickte er direkt in das Gesicht seiner Mutter. Er wollte etwas sagen, aber seine Stimme versagte ihm.

    „Ess! Ich habe dir extra Suppe gemacht. Sie ist nicht mehr heiß!“

    Er nahm den Löffel entgegen, den sie ihm hinhielt und schlürfte die Suppe. Sie schmeckte gut. Aber bei seiner Mutter war das nichts Besonderes. Immer kochte sie gut.

    „Schmeckt es?“
    „Hm“, machte Tom. Er hatte den Mund voll und etwas zu sagen wäre zu anstrengend.
    „Schön. Ruh dich noch etwas aus.“

    Dann übermannte Tom wieder die Ohnmacht und Müdigkeit.

    „Wie lange habe ich eigentlich geschlafen?“, fragte er am nächsten Morgen.
    „Heute Nacht?“
    „Nein davor.“
    „Fast eine Woche.“
    „Eine Woche! So lange!?“
    „Ja, so lange.“

    Langsam kam Tom wieder auf die Beine. Nach einer Woche konnte er wieder aufstehen. Sein Spielstand bei Action of Africa war nicht mehr zu reparieren. Und langsam sehnte er sich nach Revo und Cayenne und Olma. Aber er wusste nicht was er tun konnte. Sie waren weg. Für immer. Er würde sie nie wieder sehen. Nie!
    Doch das wichtigste war, dass er daraus gelernt hatte. Er meldete sich neu bei Action of Africa an und begann von neuen. Das hätte er vorher nie getan. Da wäre er am Boden zerstört gewesen. Jetzt plagten ihn ganz andere Dinge. Außerdem war das nur ein Spiel. Nun machte er sich einen neuen Spielstand und erstellte gleich vier Figuren. Diese vier Figuren nannte er Cayenne, Revo, Olma und Tom. Aber glücklich war er immer noch nicht. Diese Figuren, die jetzt ihre Namen trugen, waren nur virtuelle Bausteine. Nur kleine, nichts bedeutende Details. Das waren sie! Er löschte die Figuren wieder. Es war zu schmerzhaft sie immer wieder ansehen zu müssen. Er würde sie nie wiedersehen.
    Da kam ihn ein anderer Gedanke in den Sinn. Er würde sie wiedersehen. Irgendwann. Irgendwann würde er sie wiedersehen. Bestimmt!
    Irgendwann aber sicher!

    • Georg Maag sagt:

      Sebastian, da hast du aber eine ziemlich lange Story auf dem Forum veroeffentlicht! Bevor ich die Zeit finde, im Detail darauf zu antworten, wollte ich dich nach deinem Alter fragen…
      Danke,
      ciao
      Georg

  3. Clara sagt:

    “Guckt er rüber?”, fragte Sara und konnte sich geradeso vor dem Sturz retten der die scharfe Kurve im Bus verursachte. “Ja, wie immer! Dein Exfreund liebt dich immer noch!!”, seufzte ihre Freundin Lily. “Yes! Ich glaub ich hab ihn an der Angel”, freute Sara sich. Sie liebt ihn ununterbrochen, in den Sommerferien dachte sie nur an ihn und an keinen anderen. Es ist schlimm mit ihr. “Wann sind wir denn endlich da?”, fragte jetzt Lily. “Na du hast es wohl sehr eilig zum Bräuer zu kommen!”, grinste Sara ihr jetzt frech ins Gesicht. “Nur weil du keine Ahnung von Mathe hast heißt das noch lange nicht das Mathe im Grunde genommen Spaß macht”, erwiederte jetzt Lily. Sie setzten ihre Diskussion noch den ganzen Tag fort und bemerkten dabei nicht wie oft imon zu ihnen hinüber sah und sich halb schlapp lachte wenn einer von den beiden zu ihm und seiner Gruppe hinüber sahen.
    Im Bus, als ER mal wieder hinübersah, fragte Lily: “Soll cih ihm heute schreiben das du immer noch total verknallt in ihn bist und mit ihm zusammen sein willst?” Sara überlegte, und stimmte letztendlich nach vielen Überredungsversuchen zu. Total glücklich lief sie nach Hause und lächelte noch den ganzen Nachmittag. Den nächsten Morgen konnte sie kaum erwarten und wälzte sich nachts wieder mal im Bett herum.
    Früh schlang sie ihr Frühstück runter als ob sie gleich am verhungern wär. “Ich geh mal zu Lily!”, rief Sara und war schon aus dem Haus ohne auf eine Antwort zu warten.
    Zwei Minuten später klingelte sie auch schon bei Lily und sie hatte eindeutig schlechte Neuigkeiten so wie ihr Gesicht aussah. “Und was hat er gesagt? Will er? Was hat er denn jetzt geschrieben? Raus mit der Sprache!”, durchlöcherte Sara sie jetzt. Sie schüttelte nur müde den Kopf und schaute sie jetzt mit traurigen Augen an. Sara sackte in sich zusammen, aber sie weinte nicht. “Was bildet der sich den eigentlich ein?”, rief sie wütend. Lily gab ihr wortlos das Kissen mit seinem aufgemalten Gesicht. Jetzt schrie Sara ihre ganze Wut aus sich heraus. Es sprudelten die schlimmsten Wörter aus ihr heraus. Und jetzt erst merkte sie das sie nie in ihn verliebt war.
    “Ich war nie in ihn verliebt. Ich habe ihn gehasst, aber ich habe es als Liebe empfunden. Was fällt dem eigentleich ein mich so reinzulegen? Der kriegt was von mir zu hören!”, stellte Sara jetzt fest.
    Der Busfahrer sagte nichts sondern lachte vor Schadenfreude als Sara ihn anschrie und er keinen einzigen Laut rauskriegte. Und der ganze Bus lachte mit.
    THE END!! :)
    Ciao,
    Clara

    • Georg Maag sagt:

      Clara,
      das ist wieder ein Beispiel dafuer, dass man beim Schreiben viele neue Zeilen benoetigt, damit das Geschriebene dem Leser verstaendlicher wird. Ohne neue Zeilen bei Szenenwechsel, beim Wechsel im Dialog, bei Pausen in Gespraechen usw. kommt der Leser irgendwann nicht mehr mit, denn die Pausen fehlen.
      Kontrolliere doch einfach im erstbesten Buch und versuche zu verstehen, warum die neuen Zeilen dort sind, wo sie sind. Das hilft dir sicher sehr.
      Ciao
      Georg

  4. Mareike Meyer sagt:

    Annaa wachte mitten in der Nacht auf,denn sie hatte ein Geräusch von unten gehört.das verdächtig nach Einbrechern geklungen hatte,einen kurzen Augenblick überlegte sie ob sie nach unten gehen solle um zu sehen ob dort unten auch wirklich ein Einbrecher sei.Sie nahm ihren ganzen Mut zusammen und schlich auf Zehenspitzen die Treppe hinunter,ganz leise denn sie hatte in Krimis oft gesehen das die Einbrecher bewaffnet waren.Sie steckte ihren kopf durch die Küchentür da wo sie das Geräusch gehört hatte,und was sah sie da kein Einbrecher sondern ihre Mutter Hochschwanger vor der Geschirrspülmaschine kniend Ende

    • Georg Maag sagt:

      Ja, Mareike, danke fuer diese Kurzgeschichte.
      Die Idee ist gut, auch wenn du ein paar Minuten laenger ueber das Ende haettest nachdenken koennen, denn da war noch Stoff zur Verbesserung – mindestebns ein Wortwechsel zwischen Mutter und Tochter: “Was machst du denn da auf dem Boden?” oder so aehnlich…
      Was total der Geschichte fehtl, sind die leeren Zeilen hinter jedem Punkt und Komma, und dann auch die neuen Zeilen, die doch jeden Text erst wirklich lesbar machen.
      Darueber habe ich schon sehr oft geschrieben, und wenn du ein bisschen auf dem Forum suchst, findest du bestimmt ein Post, wo ich das als Antwort auf eine Geschichte genauer beschreibe. Das waere nuetzlich, ok?
      Ciao
      Georg

  5. Clara sagt:

    Betrübt schaute Alexandra aus dem Fenster. Es regnete in Strömen und der Donner grollte. Und sie? Sie weinte im Takt der Regentropfen. Sie hatte dasGefühl gleich zu explodieren, und das alles nur wegen diesem Typ! Sie hatte ihre allerbeste Freundin verloren, nur wegen ihm!! Und das geschah alles folgendermaßen:
    Am Morgen an der Bushaltestelle kam Alex mal wieder zu spät und hetzte sich um den Bus rechtzeitig zu schaffen. Gerade so ließ sie sich auf den Sitz neben Anika fallen, beide schwiegen. Wie jeden Morgen, eigentlich ist es ja total trostlos so nebeneinander zu sitzen und nicht zu reden. Sie liefen schweigend nebeneinander in den Klassenraum, indem auch DER Schwarm der ganzen Klassenstufe ist: Tobias. Alexnadra himmelt ihn bereits seit fast einem Jahr an, aber er weiß es immer noch nicht.
    Sie sagt sie wartet den richtigen Moment ab, der wird aber wahrscheinlich niemals kommen.
    In der Pause kam er dann direkt auf Anika und sie zu, ihre Beine wurden wacklig und ihre Hände zitterten fürchterlich. Sie hasste das Gefühl und verachtete sich dafür. Als er dann auch noch mit einer supersüßen Stimme sagte: “Hey Anika, Hey Alexandra. Habt ihr Lust die Ferien mit einem Eisbecher zu feiern? Freu mich schon!” Er drehte sich um und ging wieder zu seinen Freunden und schaute immer wieder hinüber. Anika hatte die ganze Zeit hysterisch gekichert, aber das tat sie ja immer wenn ein Junge in unsere Gegend kam und sie ansah. Genau dieses Verhalten, sie wusste nicht wie sie damit umgehen könnte.
    In der nächsten großen Pausen-nach den unendlichen Mathestunden-kam er dann wieder und fragte jetzt Anika ganz ängstlich: “Kann ich mal mit dir reden? Allein?” Anika lächelte triumphierend und Tobias schob mich weg. Mit weit geöffneten Mund beobachtete Alexandra die Szene. Er fuhr sich immer durch die Haare und wusste anscheinend nicht wie er etwas formulieren sollte ging Anika einfach auf ihn zu und hielt ihm den Mund zu. Dann vereinten sich ihre Lippen und verfielen einem unendlichen Kuss. Ein heftiger Schmerz durchzog ihren Körper, aber Anika hatte ihr doch erzählt das sie Ben und nicht Tobias liebt! Anika kam jetzt auf sie zu, wütend funkelte Alexandra sie an: “Du Giftschlange! Verräterin!” Weinend rannte sie davon und schwänzte die letzte Stunde.
    Jetzt saß sie nun hier und hatte ein Messer geholt, aber was durch ihren Kopf ging war nur Stille. Sie setzte es an, aber was würde ihr das denn bringen? Sie hätte ihr Leben an einen fiesen Typen und eine falsche Freundin vergeudet. Nein, sie stand jetzt wütend auf: “Ich gebe nicht auf!” Sie schrie die Wand an, so blöd man sich vorkommen musste, ihre ganze Wut war auf einmal wie weggeblasen. Sie würde anfangen das Leben zu genießen!
    Ciao,
    Clara

    • Georg Maag sagt:

      Gute Beschreibung aus dem Leben in einer Klasse. Hat mir gefallen, wirklich. Die Gedanken, die ihr am Ende die Antwort auf diese Situation bringen, sind gut ausgedrueckt. Aber auch hier ist es nicht so, dass sie ihr “ganzes Leben” vergeudet haette. Es geht doch im Grund nur um wenige Zeit innerhalb einer Klasse, und das ist kein “ganzes Leben”.
      Sonst wirklich nett und liest sich gut.
      Ciao
      Georg

  6. Clara sagt:

    “Aufstehen Marie!!”, rief Maries Mum, und das nicht zum ersten Mal. Marie grunzte nur und drehte sich wieder zur Seite um. Kurz darauf hörte man wieder ein lautes Schnarchen. “Marie!”, schrie sie jetzt und stand wutentbrannt in der Tür, “Wenn du jetzt nicht aufstehst, dann passiert was!” Ein leises Gähnen unter der Decke. “Marie, bitte…”, sagte ihre Mum verzweifelt. Jetzt tauchte ein verwuschelter Haarschopf und ein übermüdetes Gesicht auf: “Ist ja gut, du hast gewonnen! Wie immer.” Sie lachte und machte sich für die Schule fertig.

    In der Schule angekommen ging sie direkt zu ihrer Freundin Charly: “Schreiben wir heut nen Test oder so?” “Ähm ja, wir schreiben heut ne Klassenarbeit in Geschichte. Hast du etwa nicht gelernt?”, Charly schaute sie fragend und entsetzt an. “Ähm, nein?! So ein Mist, so ein verdammter Mist! Wann schreiben wir denn?”, Marie war plötzlich hellwach. “Wir schreiben jetzt gleich, in der 1. Stunde!!! Aber keine Sorge, du kannst bei mir abschreiben”, beruhigte sie Charly. “Na dann…”, murmelte Marie.

    “Marie! Bitte gib du jetzt auch dein Blatt ab, du hast die Zeit um 10 Minuten überzogen!”, rief jetzt ihre Geschichtslehrerin und Marie gab ihr missmutig das Blatt.
    “Und, wie wars?!”, schaute Charly Marie erwartungsvoll an.
    “Dumm wars! Das was ich wusste reicht höchstens für ne 4! Wenn ich Glück habe!”, rief Marie und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Aber sie wollte nicht weinen und biss sich wütend auf die Lippe.

    Am Nachmittag empfing sie auch noch ihr Vater in der Küche, vier Zettel in der Hand: “Na, wie läufts so in der Schule?” “Ja, ganz okay…”, antwortete sie verunsichert. “Und, möchtest du uns nicht etwas sagen? Bezüglich den letzten vier Mathetests?”, gab er jetzt wütend zurück. “Achso, das meinst du. Das tut mir echt leid Paps aber ich krieg das alles nicht in meinen Kopf!”, war Marie heute schon zum zweiten Mal den Tränen nahe. “Aber irgendwie ist es schon ungewöhnlich wenn man in den letzten Tests eine 5 und drei sechsen schreibt! Oder?!”, schrie ihr Vater jetzt und klopfte wütend auf den Tisch. “Was gehen dich eigentlich MEINE Noten an? Schließlich bist du ja selbst nie zu Hause und kümmerst dich einen Dreck um mich!”, schrie Marie sich heiser und knallte wütend ihre Zimmertür zu. Weinend saß sie auf dem Bett und versuchte sich wieder unter Kontrolle zu kriegen. Aber es wollte ihr nicht gelingen.

    Einen Tag später entschuldigte sich ihr Vater bei Marie, er hätte ja auch nie die besten Noten in der Schule gehabt und er sagte er wolle nur nicht das sie sich ihre Zukunft verbaute. Als sie dann auch die Geschichtsklassenarbeit zurück bekamen fiel ihr ein Stein vom Herzen:
    Eine 2! War ja klar, sie hatte immer ein schlechtes Gefühl bei Klassenarbeiten gehabt und zum Schluss war sogar ihr Vater stolz auf sie.

    Ciao,
    Eure Clara :)

    • Georg Maag sagt:

      Bei ganzen Geschichten gefaelltst du mir besser. Da ist Logik drinnen, oft auch Schwung und Spannung. Das machst du gut.
      Ausserdem habe ich bemerkt, dass jetzt mehr neue Zeilen auftauchen. Das hilft der Lesbarkeit sehr, und damit dem Leser.
      Gut gemacht,
      complimenti
      Georg

  7. Simon Unkel sagt:

    Die Verschwörung

    In den Osterferien machte ich mit meinen Eltern Urlaub in einer alten Burg, die jetzt ein Hotel war.
    Mit meinem neuen Freund Tom spielte ich im Burghof Fußball. Dabei rollte der Ball gegen eine rostige Tür. Als ich ihn aufheben wollte, wurde die Tüt einen Spalt weit geöffnet. Tom bemerkte es auch und rannte zu mir. Zusammen gingen wir in einen modrigen Raum. Plötzlich huschte eine schwarze Gestalt an uns vorbei und schlug die Türe zu. Wir versuchten die Tür zu öffnen, aber sie klemmte. wir waren gefangen und schrieen um Hilfe. Aber niemand kam. Es war kalt und und wir zitterten am ganzen Körper. “Komm, suchen wir die Wände nach einem Gang ab”, stammelte ich. Nach einer Weile drückte ich auf eine Stelle an der Wand. Es tat sich eine Öffnung vor uns auf. “Wow, nicht schlecht!”, staunte Tom. Als wir in dem Gang waren, mussten wir gebückt gehen, weil es so niedrig war. Plötzlich sah ich einen blassen Schimmer. Als wir an dem Schimmer ankamen, sahen wir, dass es eine kleine Höhle war. Ich erschrak, als wir den Hotelchef sahen. Plötzlich schrie einer der Männer: “Schaut mal, dort sind Kinder. Sie müssen den Geheimgang gefunden haben. Ihnen nach!” befahl der Hotelchef. “Weg hier!”, zischte ich, und wir krochen so schnell wir konnten zurück zum Ausgang. Draussen angekommen, rannten wir zu unseren Eltern. Wir brabbelten so wild durcheinander, dass sie erst einmal nichts verstanden. Aber als wir ordentlich redeten, verstanden sie. Sie riefen die Polizei und kurze Zeit später wurden die Verbrecher festgenommen. Der Polizeiinspektor und seine Männer fanden bei der Durchsuchung der geheimen Höhle kistenweise Diebes- und Schmugglergut. Tom und ich hatten eine schöne Zeit miteinander.

    • Georg Maag sagt:

      Tolle Idee, Simon. Gut gemacht. Nur haettest du dir etwas mehr Zeit nehmen koennen, die Szenen besser vorbereiten und definieren koennen, waehrend du so direkt von Tat zu Tat schreitest und dem Leser damit etwas Druck machst. Er kann sich gar nicht auf die jeweilige Szene einstellen, schon beginnt die naechste!
      Aber, wie gesagt, es hat mir gefallen.
      Ein bisschen mehr neue Zeilen braeuchte der Text, damit der Leser versteht, dass sich in der Erzaehlung etwas aendert (wer spricht, oder der Blickwinkel der Erzaehlung usw)
      Ciao
      Georg

  8. von shahad sagt:

    Tim ist jetzt 11 jahre alt.Er geht in die vierte Klasse.Er schreibt immer eine sehr gute note.
    Morgen geht er zur Schule. “Aufstehen zeit für Schule!” sagte seine mama.
    Tim ging los.
    In der Schule krikten die Kinder Zeugnise.Tim hatte nur einser gehabt.
    Er schrie “juhhhhho!”
    ENDE

    • Georg Maag sagt:

      Schoen fuer Tim, wenn er nur Einser kriegt!
      Pass auf, dass du die neuen Zeilen nicht vergisst, ih habe sie fuer dich eingesetzt.
      Ciao
      Georg

  9. Julia Herr sagt:

    Iwan und Lenny
    Lenny ist 11 Jahre alt. Morgen wird sie 12; alles was sie sich wünscht ist ein Schäferhund. Iwan soll er heißen. Als Lenny am nächsten Morgen aufwachte, rief ihr Vater “Melanie komm ins Wohnzimmer”. Als sie rübergegangen war, beglückwünschen ihre Eltern sie zuerst. Dann öffnete sie das größte Geschenk: ein kleiner Schäferhund sprang heraus und schleckte ihr über das Gesicht. “Iwan!” rief Lenny überglücklich. Den ganzen Tag spielte sie mit dem Welpen. Am Abend ging sie glücklich ins Bett. Als sie am nächsten Morgen aufstand, sagte ihre Mutter: “wir können Iwan nicht behalten. Der Hausmeister erlaubt es nicht.” Lenny sprang auf und lief mit Iwan davon. Sie hatte keine Ahnung, wie sie in das Flugzeug gekommen war, aber sie befand sich darin. Als sie ausstieg, war sie in Amerika. Sie lief und lief und dann kam sie zu einem Indianerstamm. Ein Mädchen sagte: “Ich bin rote Blume. Willst du bei uns bleiben?” Lenny nickte. Sie wollten gerade das Tipi aufstellen, da… “Lenny, du musst mit Iwan Gassi gehen” rief ihre Mutter. Erleichtert sprang Lenny auf. Nur ein Traum, dachte sie glücklich.

    • Georg Maag sagt:

      Ciao Julia, und danke fuer deine Geschichte.
      Ich finde sie sehr nett, und sie endet auch mit einer freudigen Ueberraschung, denn dann geht am Ende alles in Ordnung und der Hund kann bleiben und das Maedchen ist gluecklich.
      Eine kleine Kritik, besser gesagt: zwei…
      1) Einen Hund kann man nicht in einen Geschenkkarton packen. Da haette er keine Luft, und abgesehen davon ist es verboten und ausserdem wuerde der arme Hund im Karton ein Mordgebelle anstellen, und die Ueberraschung waere futsch. Da muesstest du dir einen anderen Weg ausdenken, wie man dem Maedchen einen Hund schenkt und zwar so, dass es eine Ueberraschung wird. (Im Nebenzimmer? “Geh mal vors Haus” und da steht die Mutter mit dem Hund?)
      2) Du musst in deinen Erzaehlungen unbedingt neue Zeilen einbringen. Das schreibe ich unterdessen sicherlich zum hundersten Mal in diesem Forum Neue Zeilen helfen dem Leser, zu verstehen, wo der Fluss der Erzaehlung sich kurz unterbricht, also wenn jemand anders spricht, oder wenn eine neue Szene kommt, usw. Ein bisschen so, wie im Kino, dort ist es der Szenenwechsel, der funktioniert genau so.
      Damit wird die Geschichte fluessiger, ok?
      Das war auch schon alles.
      Danke, und lieben Gruss
      ciao
      Georg

  10. Ina sagt:

    Eine Geburtstagsgeschichte

    Der erste Schnee in diesem Jahr fiel am 17. Dezember. Ein Geburtstagsgeschenk für Marie- es war so schön, die lautlos zu Boden schwebenden Flocken zu beobachten und dabei Marzipantorte zu essen.
    81 Kerzen hatten nicht auf die Torte gepasst, also hatte man sie weggelassen und die Torte stattdessen mit Schokoladensternchen dekoriert.
    Marie blickte auf die Torte, und mit einem Mal war er wieder da, der Tag, and dem sie aufgehört hatte, ihren Geburtstag zu hassen.

    Der 17. Dezember 1941. Ein kalter Tag in einem kalten Winter- ihr elfter Geburtstag. Ihr Geschenk waren die reparierten Stiefel, schwarze Stoffflicken auf braunem Leder. Scheußlich sah das aus, fand sie. Jetzt war sich schon elf und würde sogar ihre Puppe abgeben müssen. Ihre kleine Cousine Lena würde sie zu Weihnachten bekommen. Mit elf war man schon fast erwachsen. Marie verzweifelte bei dem Gedanken daran. „Fände ich nur den Menschen, der die Zeit erfunden hat“, dachte sie, „Ich würde ihn zwingen, Rechenschaft darüber abzulegen“.
    Aber selbst währenddessen verstrich Zeit. Inzwischen war es Mittag geworden, fünf Kartoffeln für jeden gab es zur Feier des Tages und sogar Quark. Ein schwacher Trost.
    „Was macht dich so griesgrämig heute?“, fragte Maries Mutter. „Das Verstreichen der Zeit“ – sie antwortete so bestimmt, dass keiner nachhakte.
    Doch dann schellte es an der Tür.

    „Wer kann das sein?“, fragte Marie. „Geh zur Tür und schau nach!“

    Sie fand niemanden vor der Tür. Lediglich ein Stück Streuselkuchen mit einer Kerze lag auf einem Teller vor ihr auf der Fußmatte- und daneben eine Karte mit goldenen Sternen.
    Noch nie im Leben hatte Marie einen echten Streuselkuchen gegessen! Sie bracht ihn in die Küche und öffnete die Karte.
    Noch wusste sie nicht, dass das, was dort stand, ihr Leben verändern würde:

    Es gibt nichts Größeres als das Glück des Augenblicks.

    Wünsch dir was!

    Alles Gute zum Geburtstag, Marie!

    Dein Schutzengel.

    Maries Mutter zündete die Kerze auf dem Streuselkuchen an. Marie schloss die Augen und wusste mit einem Mal, was es hieß zu leben. Egal, was passieren würde, sie würde sich niemals verlieren. Sie würde ihren zwölften Geburtstag feiern, den fünfundzwanzigsten und den einundachtzigsten und sie würde dabei immer das Recht dazu behalten, glücklich zu sein.
    Die Kerze war aus. Marie hatte sich nichts gewünscht, aber sie ärgerte sich nicht.

    Der Streuselkuchen auf ihrer Gabel verwandelte sich in die Marzipantorte. Ja, die Zeiten hatten sich geändert. Aber Glück war nicht das, was über dem Selbstverständlichen lag. Glück war es, Geburtstag zu haben.

    • Georg Maag sagt:

      Ina, eine richtig schoene Geschichte. Sie hat mir wirklich sehr gefallen, das hast du toll gemacht.
      Keine Kritik, die Zeitspruenge klappen ohne Probleme, die Persoenlichkeit der Frau liegt klar und hat keinen Knacks und funktioniert deshalb fuer den Leser.
      Fein, vielen Dank!
      Ciao
      Georg

      • Ina sagt:

        Danke:) Ich habe sie als Geburtstagsgeschenk für meine Oma geschrieben, weil ich von ihr wusste, dass sie als Kind nicht elf werden wollte und dass sie irgendwann ihre Puppe an ihre kleine Cousine abgeben musste… Meine Oma heißt Marianne, deshalb habe ich die Frau Marie genannt.
        Einerseits hatte ich Angst, dass meiner Oma die Geschichte nicht gefallen würde, weil ich so viel dazugedichtet habe, was auch ganz anders gewesen sein konnte (zum Beispiel die traurige Stimmung am Anfang); andererseits fand ich die Idee witzig. Ich glaube, meiner Oma hat es ganz gut gefallen…

        • Georg Maag sagt:

          Das war ein richtig schoenes Geschenk, ich bin sicher, deine Oma war wahnsinnig stolz auf dich und auch ziemlich geruehrt, richtig?
          Gut gemacht, so macht schreiben Spass!
          Ciao
          Georg

    • Jana sagt:

      Hallo,
      ich möchte gerne auch etwas zu deiner Geschichte sagen. Ich finde es eine tolle Idee und gut erzählt. Schöne geschichte!
      lg Jana

  11. Elena sagt:

    Lieber Herr Maag,
    das ist auch wirklich kein Problem! Ich verstehe das :) und freue mich darauf, wenn sie meine Geschichte kommentieren. Ja, das ist die richtige Geschichte!
    Liebe Grüße
    Elena

  12. Elena sagt:

    Lieber Georg Maag,
    ich würde mich wirklich freuen, wenn sie meine Geschichte einmal kommentieren würden. Ich warte nämlich schon ein halbes Jahr darauf! Nicht, dass sie dazu verpflichtet wären, aber sie hatten gesagt, dass sie es noch machen! :)
    liebe Grüße Elena

    • Georg Maag sagt:

      Ja, Elena, da muss ich wohl etwas gepennt haben, wenn ich dir nicht auf die Geschichte geantwortet habe!
      Ist es die Geschichte “in der das Eichhörnchen den Dachs auf eine Reise begleitet“? Das war, glaube ich, die einzige Geschichte, wo ich es verpast habe, darauf zu antworten.
      Sag mir nur kurz Bescheid, ob es sich um diese Story handelt, und ich versuche, dir bald darauf zu antworten, ok?
      Als kleine Entschuldigung kann ich dir versichern, dass ich dieses Forum auf freiwilliger Basis leite und nur ich selbst auf alle Posts antworte. Daneben habe ich mein eigenes Forum in Italien, was mir jeden Tag Zeit nimmt, und so ganz nebenher habe ich auch noch zwei Jobs (irgendwo muss man ja sein Geld verdienen :-) ), zwei Hunde und renoviere gerade mein zukuenftiges Haus. Da kann es schon einmal passieren, dass ich etwas vergesse. War aber bestimmt keine Absicht.
      Liebe Gruesse
      ciao
      Georg

  13. charlotte beyhl sagt:

    Die Suche

    Als ich in die Küche kam um nach meinem Kuchen zu gucken, entdeckte ich meinen Bruder Leon, der einen Keks stibitzen wollte. Schnell schob er die Schublade zu und stotterte: “Äh-Äh-i-i-ich wollte d-d-doch nur,”
    “Einen Keks klauen!”unterbrach ich ihn.
    Mein Bruder schaute mich mit großen Augen an.
    “Bitte nicht verpetzen Tari O.K.!”
    “Klar doch.”flüsterte ich,denn gerade kam Mama durch die Tür
    “Da seid ihr ja, “rief Mama,”Ihr müsst heut noch mit Jule in den Garten gehen!”
    schnell fragte ich “Wo ist Tant Julchen denn?”
    “Warscheinlich zieht sie sich ihre Schuhe an.”murmelte Mama.
    Ich seufzte und ging mit Leon in den Flur. Aber da war keine Jule “Oh backe!”fluchte ich.
    “Ich gehe jetzt einkaufen,”rief Mama aus der Küche,”bleibt schön brav!”
    Leon rief “Klar doch!” was eigentlich geflunkert war. Wie sollten wir denn brav sein wenn Jule weg ist.
    Wir warteten bis Mama das Haus verlassen hatte und stellten Suchtrupps auf. Ich übernahm die Suche im Erdgeschoss, Leon hatte die Aufgabe im 1.Stock zu suchen. Wenn man an seiner Stelle nichts gefunden hat soll man in den Keller kommen und da suchen. Leon und ich hatten das ganze Haus nach Plan untersucht doch nirgends fanden wir die kleine Jule.
    “Da wartet ja noch Ärger auf uns wenn wir sie nicht bald finden!” nuschelte Leon.
    Ich dachte nach. Plötzlich hatte ich eine geniale Idee.
    “Leon ich habe eine tolle Idee!”rief ich.
    Leon fragte “Welche denn?”
    “Wir suchen im Garten.”triumphierte ich.
    “Cool, Tara!”schrie Leon.
    Sofort gingen Leon und ich nach draußen. Und wer saß da im Sandkasten,und sang “bagge bagge guchen”? Natürlich Jule. “Mann Jule du hast uns aber einen Schreck eingejagt!” sangen Leon und ich im Chor.

    • Georg Maag sagt:

      Ja Charlotte, danke fuer die nette Geschichte.
      Du hast aber in deinem Orginal nicht eine einzige neue Zeile gehabt. Darum habe ich mir die Zeit genommen und deine Story ueberarbeitet, ueberall neue Zeile gesetzt, wo es noetig ist, und jetzt laesst sie sich sehr viel besser lesen.
      Kontyrolliere doch, wie deine Geschichte anfangs aussah, und du wirst die Unterschiede sofort finden!
      Nun, was sagst du jetzt? Besser so? Und dabei habe ich nichts im Inhalt geaendert, ausser ein paar Fluechtigkeitsfehlern.
      Alles klar? Pass in Zukunft auf die neuen Zeilen auf, ok?
      Liebe Gruesse
      ciao
      Georg

  14. Chiara Scinetti sagt:

    Der Kuchen

    Frau Turbahn hat drei Kinder, es sind Drillinge und Strolche. Zwei Jungen und ein Mädchen. Die Jungs heißen Tim und Tom. Das Mädel heißt Tina. Frau Turbahn hat auch einen Dackel namens Tuck.
    Heute backt Frau Turbahn Kuchen. Tim, Tom und Tina dürfen ihn noch nicht essen.

    Frau Turbahn steckt den Kuchen in den Backofen und schnalzt mit der Zunge: „Wenn die Kinder nur wüssten, dass jeder später einen eigenen Kuchen bekommt! Hihi!“
    Als der Kuchen fertig ist, wird er von Frau Turbahn auf die Fensterbank gestellt.
    Da guckt Tom gerade von oben aus dem Kinderzimmer nach unten und ruft: „Die Drillingsstrolche müssen wieder einspringen!“
    Tom, Tina und Tim rasen die Treppe runter in den Garten und schleichen zur Küchenfensterbank. Sie nicken sich zu und heben den Teller mit dem Kuchen drauf von der Fensterbank und essen und essen und essen.
    Als nur noch ein kleines Stück da liegt, kommt ihr Dackel Tuck. Tuck guckt die drei traurig an und winselt süß.
    Tina nimmt den Teller und stellt ihn vor Tuck.
    Als der den Kuchen aufgegessen hat, sind die Drillinge schon wieder in ihrem Zimmer.
    Frau Turbahn möchte nach dem Kuchen gucken, doch: Der Kuchen ist weg!
    Frau Turbahn beugt sich zum Fenster hinaus, sieht Tuck vor dem leeren Teller und schreit: „Du böser, böser, böser Hund! Du bekommst nichts mehr zu fressen, da du ja schon einen ganzen Kuchen gefressen hast! Du böser, böser Hund!“
    Also backt Frau Turbahn neue Kuchen für die Kinder.

    Eine halbe Stunde später sitzen die Drillinge am Küchentisch, grinsen und verdrücken die Kuchen.
    Am nächsten Tag brechen sie und können nicht in die Schule.
    Tim meint lachend: „Erst Kuchen und dann keine Schule! Kann es denn eigentlich noch besser werden?“
    Tina und Tom lachen mit.

    Chiara aus Frankfurt, 10 Jahre

    • Georg Maag sagt:

      Nette Geschichte, Chiara, vielen Dank. Da haben die Strolche dann doch viel zu viel gefuttert, und wenn man danach sogar zuhause bleiben muss, ist das auch kein Zuckerschlecken, denn es geht einem schlecht!”
      Nett, wirklich, hast mich zum Lachen gebracht.
      Ciao
      Georg

Hier kannst du deine Idee veröffentlichen

X
Mit anderen teilen:
  • Print
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Live
  • MisterWong.DE
  • MySpace
  • Webnews.de
 
 

Schreibaufgaben

Fragen (1)
 
 
 
 
Tipps (4)

Das Buch


Hier findest du alle Informationen
zum Titel

 

Der Autor

Hier findest du alle Informationen
zum Autor

 

Die Illustratorin

Hier findest du alle Informationen
über die Illustratorin

 

Die Schreibwerkstatt

Hier findest du alle Informationen
über die Schreibwerkstatt

 

Für Eltern und Lehrer


 

Veranstaltungen

Hier findest du alle Informationen
über Veranstaltungen zum Titel

 


Archiv
März 10 (1)
 
 
 
 
 
 

RSS abonnieren
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unserem RSS-Feed!